IMCLONE SYS INC. DL-,001
- DER AKTIONÄR

Die Skandalnudel

Im Jahr 2002 beherrschte Imclone schon einmal die Schlagzeilen. Damals verkauften Vorstandschef Samuel Waksal und dessen Angehörige und Freunde millionenschwere Aktienpakete. Der Haken: Waksal hatte seinen Bekannten zuvor Informationen weitergegeben, denen zufolge ein von Imclone entwickeltes Medikament in Studien nicht die gewünschten Ergebnisse geliefert hatte.

Imclone ist wieder in den Schlagzeilen: Aktuell tobt ein Kampf um die Konzernspitze. Mittendrin: Multi-Milliardär und Firmenschreck Carl Icahn.

Im Jahr 2002 beherrschte Imclone schon einmal die Schlagzeilen. Damals verkauften Vorstandschef Samuel Waksal und dessen Angehörige und Freunde millionenschwere Aktienpakete. Der Haken: Waksal hatte seinen Bekannten zuvor Informationen weitergegeben, denen zufolge ein von Imclone entwickeltes Medikament in Studien nicht die gewünschten Ergebnisse geliefert hatte. Der Verkauf der Papiere erfolgte, noch bevor die Öffentlichkeit von diesem Entwicklungsfehlschlag informiert worden war. Ein klarer Fall von Insiderhandel. Dies sah auch das zuständige Gericht so und schickte Waksal für sieben Jahre hinter Gitter.

Machtkampf mit Opfern

Jetzt ist Imclone erneut in den Schlagzeilen. Der Grund ist ein erbitterter Machtkampf um die Führung des Unternehmens zwischen Vorstand und Großaktionär Carl Icahn. Pikante Randnotiz: Icahn ist ein alter Freund von Samuel Waksal, der ihn einst beim Tennisspiel für ein Investment in die Biotech-Firma erwärmte. Icahn, geschätztes Privatvermögen zehn Milliarden Dollar, hält einen Anteil von 13,8 Prozent an Imclone und will das Management, das er öffentlich für unfähig erklärte, so schnell wie möglich absetzen. Einen Teilerfolg hat der Multi-Milliardär, der Anfang des Jahres bei der Zerschlagung von Time Warner scheiterte, bereits erzielt. Vor wenigen Tagen warfen mit David Kies und William Crouse der Vorstandschef und ein weiterer Top-Manager das Handtuch.

Übernahmefantasie?

Icahn wirft dem Management unter anderem vor, das Potenzial des Krebsmedikamentes Erbitux nicht ausgeschöpft zu haben. Das Mittel, einst als potenzieller Blockbuster gehandelt, darf bis jetzt nur bei Darmkrebspatienten eingesetzt werden, bei denen andere Therapien nicht mehr anschlagen. Nach Icahns Einschätzung habe man es versäumt, die Entwicklung für andere Indikationen voranzutreiben und so das Marktpotenzial zu erhöhen. Dies will er nun nachholen. Das ist umso wichtiger, als Erbitux Konkurrenz durch ein erst kürzlich zugelassenes Medikament von Amgen droht. Eine andere Option ist eine Übernahme von Imclone. Und die müsste nach Icahns Wille für deutlich mehr als 36 Dollar je Imclone-Aktie über die Bühne gehen. Denn ein angebliches Angebot über diesen Betrag von einem Pharmakonzern soll der Großinvestor nach Angaben des ausgeschiedenen Managements vor kurzem verhindert haben.

Für Spekulanten

Es gibt Adressen mit einem besseren Leumund. Aber trotzdem ist die Imclone-Aktie für Spekulanten nicht zuletzt wegen der zweifellos vorhandenen Übernahmefantasie interessant. Angesichts der rollenden Übernahmewelle dürften tatsächlich mehr als 36 Dollar je Aktie für das Unternehmen zu erzielen sein. Und dann hätte sich das Icahn-Engagement für neue Imclone-Aktionäre in jedem Fall gelohnt.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 43/2006.

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