AMD
- Alfred Maydorn - Redakteur

Die schlechteste Aktie der Welt – und wie Sie damit Ihr Geld verdoppeln!

Rückläufige Umsätze, der Verlust von Marktanteilen, ein hoher Schuldenberg und den neuen Mobile-Trend verschlafen – schlimmer geht es kaum. Die Rede ist vom Chiphersteller AMD, dessen Aktie noch viel weiter fallen könnte. Clevere Anleger können mit dem Absturz ihr Geld verdoppeln.

„AMD hat sich verändert und unsere Stunde ist gekommen", verkündete Firmenchef Rory Read noch im Februar dieses Jahres. Nur sechs Monate später  klingt der Lenker des Chip-Konzerns fast schon kleinlaut und spricht von „anhaltendem Gegenwind" und von verloren gegangenen Marktanteilen. Der jahrzehntelange Kampf gegen den übermächtigen Konkurrenten Intel scheint mittlerweile endgültig verloren und im immer wichtiger werdenden Markt für Tablets und Smartphones hat AMD erst gar keine Strategie.

Dauer-David auf Talfahrt

Die Schwäche des ewigen Davids der Computerbranche lässt sich gut am Kursverlauf der Aktie ablesen, die sich allein seit März halbiert hat. Seit Anfang 2006 hat das Papier sogar 90 Prozent an Wert verloren. Und es spricht vieles dafür, dass die Talfahrt noch lange nicht beendet ist. Während der übermächtige Dauerkonkurrent Intel sein Geschäftsmodell gut an die neuen Herausforderungen angepasst und vor wenigen Wochen ein sehr  solides Quartalsergebnis präsentiert hat, kämpft AMD mit vielen hausgemachten Problemen und lässt Strategie-Anpassungen vermissen.

Die logische Konsequenz war ein Umsatzeinbruch von zehn Prozent im zweiten Quartal 2012 auf nur noch 1,41 Milliarden Dollar. Immerhin schaffte AMD nach mehreren Verlustquartalen wieder den Sprung in die schwarzen Zahlen. Allerdings fiel der Gewinn mit gerade einmal 39 Millionen Dollar überschaubar aus. Intel hat im zweiten Quartal 31 Millionen Dollar verdient - das allerdings jeden Tag: macht insgesamt 2,8 Milliarden Dollar. Die Umsätze des Chipgiganten legten im Gegensatz zu AMD trotz des schwierigen PC-Marktes leicht zu.

Den Mobile-Trend verschlafen

Während Intel frühzeitig auf neue Trendmärkte wie etwa das Servergeschäft oder die neuen Ultrabooks gesetzt hat, liefert AMD seine Chips vor allem an die Hersteller günstiger Notebooks - ein Marktsegment, das besonders stark unter der zunehmenden Popularität der Tablet-PCs leidet. Immer mehr Verbraucher greifen lieber zu einem iPad oder einem der Konkurrenzprodukte, statt sich ein Notebook zuzulegen. Oder aber sie nutzen sogar nur noch ihr Smartphone, um im Internet zu surfen. Aber die beiden wichtigen Zukunftsmärkte, Tablet-PCs und Smartphones, werden von AMD bisher so gut wie gar nicht bedient.

Voll im Abwärtstrend

Noch vor sechs Jahren schien es, als könne AMD in puncto Marktanteile mit Intel gleichziehen. Im PC-Bereich kam AMD bis auf wenige Prozentpunkte an den übermächtigen Konkurrenten heran. Die Aktie schoss damals bis auf 40 Dollar in die Höhe und war damit doppelt so teuer wie ein Anteilschein von Intel. Heute kostet eine Intel-Aktie rund sechsmal so viel wie eine von AMD und es steht zu befürchten, dass sich der Abstand weiter vergrößert. Denn um wieder Anschluss zu finden, müsste AMD viel Geld in die Hand nehmen. Eine neue Chip-Fabrik kostet aber mittlerweile rund fünf Milliarden Dollar. AMD hat allerdings nur noch rund 1,5 Milliarden Dollar an Liquidität und sitzt bereits auf Schulden von rund zwei Milliarden Dollar.

Eine Kapitalerhöhung dürfte in Anbetracht des auf nur noch drei Milliarden Dollar zusammengeschmolzenen Börsenwerts kaum durchführbar sein. Zum Vergleich: Intel könnte mit seiner Liquidität von knapp 15 Milliarden Dollar AMD fünfmal aufkaufen. Allerdings dürfte Intel nur wenig Interesse an einer Übernahme des kränkelnden und schrumpfenden Mitbewerbers haben.

Neues 3-Jahres-Tief

Auch die Anleger verlieren mehr und mehr die Lust an der AMD-Aktie und schicken sie von einem Tief zum nächsten. Gerade hat das Papier mit nur noch vier Dollar das niedrigste Niveau seit drei Jahren erreicht. Noch rasanter als der Kurs wurden zuletzt die Gewinnschätzungen reduziert. Für das laufende Jahr wird mittlerweile nur noch ein Gewinn von 0,28 Dollar pro Aktie erwartet. Noch vor drei Monaten wurde vom Dreifachen ausgegangen.

Spekulieren auf weitere Verluste

In Anbetracht der fehlenden Zukunfts-Strategie und der rückläufigen Umsätze ist davon auszugehen, dass sich der Kursverfall der AMD-Aktie fortsetzt. Es empfiehlt sich der Kauf des Bear-Turbo-Zertifikats der Commerzbank mit der WKN CZ0 C3P. Das Zertifikat  hat eine Knock-Out Schwelle von 5,50 Dollar und einen Basispreis von 5,60 Dollar. Der Hebel liegt derzeit bei 2.4.

Sollte die Aktie von AMD wie erwartet um weitere 40 Prozent fallen, würde sich der Wert des Zertifikates in etwa verdoppeln. Zur Absicherung sollte bei 0,95 Euro ein Stopp platziert werden. Am Freitag kostete das Zertifikat 1,30 Euro.

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