- DER AKTIONÄR

Die Schlacht geht weiter!

Die Übernahmespekulationen im Rohstoffsektor haben in den vergangenen Tagen einen neuen Höhepunkt erreicht. Nach Falconbridge, Inco und Alcan scheint nun auch Anglo American in das Visier von Aufkäufern geraten zu sein. Einem Bericht der englischen Zeitung Observer zufolge wollen der australische Konzern Rio Tinto, die brasilianische Companhia Vale do Rio Doce und die schweizerische Xstrata rund 80 Milliarden Dollar für Anglo American bieten.

Dank gestiegener Rohstoffpreise „schwimmen“ die Minengesellschaften in Geld. Dieses wird nun investiert – in die Konkurrenz.

Die Übernahmespekulationen im Rohstoffsektor haben in den vergangenen Tagen einen neuen Höhepunkt erreicht. Nach Falconbridge, Inco und Alcan scheint nun auch Anglo American in das Visier von Aufkäufern geraten zu sein. Einem Bericht der englischen Zeitung Observer zufolge wollen der australische Konzern Rio Tinto, die brasilianische Companhia Vale do Rio Doce und die schweizerische Xstrata rund 80 Milliarden Dollar für Anglo American bieten. Wenn der Kauf gelingt, so die Spekulation, soll Anglo American unter den drei neuen Eigentümern aufgeteilt werden.

Viceroy - Spekulation ist aufgegangen

Ob Anglo American wirklich übernommen werden soll, bleibt im Moment offen. Doch die Kaufspekulationen kommen nicht von ungefähr. Jahrzehntelang haben die großen Rohstoffkonzerne kaum Geld in den Ausbau bestehender Minen oder gar in die Erschließung neuer Vorkommen gesteckt. Schuld daran war die Rohstoffbaisse der 1980er- und 1990er-Jahre. Nicht nur an den Finanzmärkten war damals das Thema „Rohstoffe“ out. Auch im realen Wirtschaftsleben konzentrierten sich die Investoren auf die Hightechbranche. Frisches Kapital für den Minenbau war dagegen kaum vorhanden. Dieses kurzsichtige Verhalten rächt sich nun, denn die steigende Nachfrage nach Rohstoffen, vor allem aus China und Indien, kann aktuell kaum noch befriedigt werden. Die meisten Minen arbeiten an ihrer Kapazitätsgrenze und die Preise für nahezu alle Rohstoffe befinden sich im Höhenflug. Diese Situation hat allerdings auch wieder ihre gute Seite, denn die Bergbaugesellschaften können dank der Preisexplosion Rekordergebnisse einfahren und einen großen Teil ihrer Gewinne für neue Projekte ausgeben. Und bevor man sich auf die Suche nach neuen Vorkommen macht, was immer sehr zeitaufwändig und kostenintensiv ist, übernimmt man einfach die Konkurrenz, die ja möglicherweise noch über aussichtsreiche Explorationsgebiete verfügt. DER AKTIONÄR hat bereits in Ausgabe 29/2006 auf diesen Sachverhalt aufmerksam gemacht und als potenzielle Übernahmekandidaten die beiden Goldgesellschaften Viceroy Exploration und Cumberland Resources empfohlen. Bei Viceroy ist die Spekulation bereits voll aufgegangen: Yamana Gold hat am 17. August für Viceroy eine Übernahmeangebot unterbreitet. Bei Cumberland könnte es bald zu einer ähnlichen Offerte kommen, immerhin verfügt die Gesellschaft in Kanada über die größte Goldmine der Welt, die als Übertagebau betrieben werden kann.

Polymet - Cleveland Cliffs ist schon drinnen

Auf der Einkaufsliste der großen Rohstoffkonzerne könnte auch Polymet Mining stehen. Das Unternehmen ist im Besitz des Northmet-Projektes im US-Bundesstaat Minnesota. Dieses ist die größte Lagerstätte von Basismetallen in Nordamerika. Derzeitigen Berechnungen nach verfügt es zum Beispiel über 2,9 Millionen Tonnen Kupfer und 0,8 Millionen Tonnen Nickel. Aber auch bedeutende Vorkommen an Palladium, Platin, Gold und Kobalt sind vorhanden. Zur Verarbeitung dieser Vorkommen, die Produktion soll im dritten Quartal 2008 aufgenommen werden, hat Polymet vom Rohstoffkonzern Cleveland Cliffs eine Produktionsanlage übernommen. Im Gegenzug bekam Cleveland Cliffs eine Beteiligung von sechs Prozent an Polymet.

Spekulative Depotbeimischung

Die Übernahmeschlacht im Rohstoffsektor erreicht mit Anglo American eine neue Dimension. Spekulative Anleger setzen auf klein- bis mittelgroß börsenkapitalisierte Gesellschaften, da hier die größten Kursgewinne im Falle einer Kaufofferte zu erwarten sind. Neben Cumberland ist dies unter anderem bei Polymet der Fall. Die Papiere der Gesellschaft werden an den Börsen in Toronto (Kürzel POM), New York (Kürzel PLM), Frankfurt und München (WKN 870 808) gehandelt und eignen sich für eine spekulative Depotbeimischung.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 36/2006.

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