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- Andreas Deutsch - Redakteur

Quo vadis, DAX? - die Prognosen der Profis

Nach der Rekordfahrt legen die Märkte derzeit eine Pause ein. Die Anleger fragen sich nun: War es das schon mit der Rallye? Oder sollte man die Kursschwächen zum Einstieg nutzen. Die meisten Profis sind nach wie vor bullish für Dividendentitel. Zum Beispiel Christian Gattiker-Ericsson von Julius Bär.

Aktien sind nach Ansicht der Schweizer Bank Julius Bär trotz immer neuer Rekordstände im S&P-500-Index , Dow Jones Industrial oder DAX weiterhin attraktiv. Vor allem solche aus europäischen Peripherie-Ländern wie Spanien und Italien hätten in den kommenden Jahren Aufholpotenzial, sagt Christian Gattiker-Ericsson, Chefstratege und Leiter Research am Mittwoch in Frankfurt. Besondere Chancen sieht er dabei für den Bankensektor dieser Länder.

Nicht mehr allzu viel Luft für den DAX

Für den deutschen Leitindex bleibt Gattiker-Ericsson zwar ebenfalls positiv eingestellt, doch je mehr die Krisenstimmung in der Eurozone weiche, desto mehr wachse auch wieder das Vertrauen in andere Märkte. Der Julius-Bär-Experte nennt das den "Musterschülereffekt", unter dem der DAX als Barometer für Qualitätsaktien nun leide. Daher sieht er dessen Aufwärtspotenzial bis zum Jahresende nur noch bei rund 400 Punkten oder vier Prozent. "10.300 Punkte erwarten wir", sagt er. Mit Blick auf das Vorjahr 2013 ist das recht wenig, denn für 2014 würde dies ein Plus von knapp acht Prozent bedeuten. 2013 dagegen hatte der Dax um satte 25 Prozent zugelegt.

Selbst im DAX also, wo laut Gattiker-Ericsson die Gesamtmarkt-Rendite sinkt, gibt es einzelne Branchen und Aktien, die sich trotz vermeintlich hoher Bewertung vom Markt abkoppeln und überdurchschnittlich steigen können. Solches Potenzial haben seines Erachtens etwa die Papiere von Adidas, SAP oder auch Fresenius. Unter den Branchen sieht er den Pharmasektor als einen mit besonders großem Potenzial; und das nicht nur wegen der demographischen Entwicklung, sondern auch mit Blick auf die Produktpipelines und die Bewertung.

Otte warnt

Crashprofessor Max Otte ist prinzipiell bullish für Aktien, sieht aber in der Ukrainekrise eine große Gefahr für die Aktienmärkte und die Konjunktur. „Wenn es da zum Krieg kommt, würde das die Konjunktur und die Börsen in Europa stark belasten“, so Otte zum AKTIONÄR. „Man darf nie vergessen: Die Ukraine ist ein Teil Europas und nicht weg von Deutschland.“

Eine Korrektur im DAX wäre seiner Meinung nach eine gute Einstiegschance. „Mittelfristig sehe ich den Index bei 12.000 Punkten – einfach aus dem Grund, weil es keine Alternativen zu Aktien gibt. Anleihen und Immobilien sind zu teuer, ganz im Gegenteil zu Dividendentiteln.“

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