Tupperware
- DER AKTIONÄR

Die Party fängt erst an

Bei Tupperware, einem Hersteller von Plastikschalen, boomt das Geschäft wie nie zuvor: Weil sich die Konjunktur in den USA eintrübt, essen die Amerikaner häufiger zu Hause.

Tupperware wächst und gedeiht. Im vierten Quartal stieg der Gewinn um 38, der Umsatz um zwölf Prozent. In 100 Ländern ist das Hausfrauenimperium aus Orlando mittlerweile vertreten, lediglich in Afrika gibt es noch weiße Flächen auf der Landkarte. Der deutsche Markt ist weltweit der größte – noch vor den USA. Alle zwei bis drei Se­­kun­den geht irgendwo auf der Welt eine Tupper-Party über die Bühne.

Erfolgreiche Verkaufsmaschine

Die Vertriebsmitarbeiter sind motiviert. Je mehr Plastikdosen sie verkaufen, desto höher ihr Gehalt – ohne Li­mit nach oben. Vor Investoren in New York er­läuterte Vorstandschef Rick Go­ings vor wenigen Tagen seine Wachs­tums­stra­tegie: Erstens möchte er die Kern­­­pro­dukte des 1945 gegründeten Un­ter­­neh­mens modernisieren und damit die Nachfrage in den Hauptmärk­ten stei­­­­gern. Amerikaner essen wegen der Wirt­schaftsschwäche wieder öfter zu Hause, sie benötigen daher mehr Kü­chen­zubehör. Zweitens will Goings stärker in den Emerging Markets expandieren. Besonders gut läuft das Geschäft derzeit in China, Indien, Indonesien, Polen, Russ­land und der Türkei. 2005 kamen erst 25 Prozent der Umsätze aus den Schwelenländern, im laufenden Jahr soll der Anteil laut dem Management auf 40 Pro­­­zent klettern. Drittens bereitet Goings den Ausbau der neuen Kosmetiksparte vor. Hier hat er vor allem Lateinamerika und Asien im Visier, wo die Menschen für die Schön­­heit besonders tief in die Tasche greifen.

Geht die Rallye weiter?

Obwohl die Sorgen vor einer Rezes-sion an der Wall Street nicht abreißen, stemmt sich Tupperware erfolgreich gegen den allgemeinen Abwärtstrend: Binnen Jahresfrist legte der Titel um fast 60 Pro­­­zent zu. Es spricht viel dafür, dass sich die Rallye fortsetzt. Im vergan­ge­nen Jahr stieg der Umsatz um 14 Prozent auf 1,98 Milliarden Dollar. Netto klin­­gelten 116,9 Millionen in der Kasse, 24 Prozent mehr als 2006.

Fazit

Bis Ende 2008 rechnen Analysten im Schnitt mit einem Einnahmeplus von 8,5 Prozent auf 2,15 Milliarden Dollar. Mit 2,3 Milliarden Dollar entspricht der Börsenwert nur etwa einem Jahresumsatz, günstig für einen erfolgreichen Markenartikler. Mit einer Dividendenrendite von 2,4 Prozent ist das Papier zudem ideal für Langfristanleger.

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