SMA Solar
- Florian Söllner - Leitender Redakteur

Die Nummer 1 unter Beschuss: SMA Solar verliert Marktanteile

Trotz großer Jahresendrallye: SMA Solar büsst an Margenstärke ein. Charttechnisch gab es nun wieder einen deutlichen Dämpfer. Noch gibt es Hoffnung, doch das Gap ist bereits geschlossen.

Der Weltmarktführer wankt. Konkurrenten wie Power-One, Siemens oder Bosch machen SMA Solar das Leben immer schwerer. Der Marktanteil war bereits in den letzten Jahren von 60 Prozent auf 40 Prozent zurückgegangen. Ende 2011 liegt er SMA zufolge nun nur noch bei 35 Prozent. IMS Research zufolge ist selbst diese Rechnung noch optimistisch: Tatsächlich würden nur noch 30 Prozent des Inverter-Marktes kontrolliert. Zwar schlägt sich SMA im Heimatmarkt noch wacker. Doch in neuen Märkten wie Indien und Asien ist die Position vergleichsweise schwach. Der Auslandsanteil vom SMA beträgt derzeit erst 55 Prozent. Aufgrund der Erwartung neuer Wechselrichter-Konkurrenten aus China zeigt sich nun auch Morgan Stanley skeptisch für die Aktie.

Aktie gibt Gewinne ab

Die Anleger zeigten sich bereits mit den jetzt veröffentlichten Zahlen für das vierte Quartal 2011 unzufrieden. Zwar legte der Umsatz gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum um sechs Prozent auf 508 Millionen Euro zu. Doch gleichzeitig ging der operative Gewinn um 35 Prozent auf 65 Millionen Euro zurück. Die EBIT-Marge sank im vierten Quartal von 21 auf nur noch 13 Prozent.

Steubing erwartet 2012 anhaltenden Margendruck und spricht von einem allgemein "sehr schwachen Jahresstart im deutschen Absatzmarkt". Auch Montega-Analyst Alexander Drews rät das Papier zu verkaufen und sieht nur noch ein Kursziel von 45 Euro. "Der stetige Verlust der Marktmacht dürfte eine Folge der sinkenden Qualitätsunterschiede zwischen den Wechselrichtern von SMA und den meist günstigeren Produkten der Wettbewerber sein", so der Experte. SMA müsse zunehmend die Preise senken.

Hoffen auf 2. Welle

Charttechnisch wurde erwartungsgemäß das offene Gap (Kurslücke) bei 56 Euro geschlossen. Im Anschluss daran ging es dann auch schon wieder - Auslöser war die Zahlen-Bekanntgabe - kräftig bergab. Der erste große Rebound-Schwung ist damit dahin. Immerhin: Noch bewegt sich das Papier über der 38- und 90-Tagelinie sowie einer wichtigen Unterstützung. Die Chance auf einen 2. Teil des Rebounds ist damit noch intakt, mittel- und langfristig bleibt die Lage indes schwierig.

Noch investierte Kurzfrist-Zocker sollten einen engen Stoppkurs bei rund 45 Euro einhalten. Langfristanleger halten sich angesichts eines recht hohen 2012er-KGV von 13 noch zurück. Zumal eine weitere, kräftige Kürzung der deutschen Förderung SMA Solar unmittelbar treffen würden. Und Bundeswirtschaftsminister Rösler wird nicht müde, neue Horror-Szenarion für die Solarbranche zu fordern.

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| Martin Mrowka | 0 Kommentare

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