TAPESTRY PHARMAC. NEW
- DER AKTIONÄR

Die nächste Generation

Die kleine US-Firma Tapestry Pharmaceuticals kennt hierzulande kaum ein Anleger. Kein Wunder, schließlich trägt das Unternehmen diesen Namen erst seit Mai 2004. Davor firmierte Tapestry unter NaPro Biotherapeutics, ein Name, der Investoren schon eher ein Begriff sein dürfte. Nach wie vor liegt der Fokus auf der Entwicklung neuartiger Krebsmedikamente. Von seinem ursprünglichen Geschäft hat Tapestry sich jedoch verabschiedet.

Neuer Name, neue Produkte, neues Glück? Die US-Firma Tapestry hat einen vielversprechenden Neuanfang gewagt.

Die kleine US-Firma Tapestry Pharmaceuticals kennt hierzulande kaum ein Anleger. Kein Wunder, schließlich trägt das Unternehmen diesen Namen erst seit Mai 2004. Davor firmierte Tapestry unter NaPro Biotherapeutics, ein Name, der Investoren schon eher ein Begriff sein dürfte. Nach wie vor liegt der Fokus auf der Entwicklung neuartiger Krebsmedikamente. Von seinem ursprünglichen Geschäft hat Tapestry sich jedoch verabschiedet.

Zu viel Wettbewerb

Ursprünglich war das Geschäft von NaPro/Tapestry auf die Entwicklung von Paclitaxel ausgerichtet. Das so genannte Taxan, das heute synthetisch hergestellt wird und originär aus der Rinde der pazifischen Eibe stammt, wird seit rund zehn Jahren im Rahmen der Chemotherapie in der Krebsbehandlung eingesetzt. Doch durch einen hohen Konkurrenzdruck und günstige Nachahmerpräparate kamen die Preise für Paclitaxel unter Druck. Zudem entwickelten immer mehr Patienten Resistenzen gegen das Mittel oder hatten mit den teils schwerwiegenden Nebenwirkungen zu kämpfen. NaPro/Tapestry entschied sich deshalb, sein Paclitaxel-Geschäft zu verkaufen. Im Dezember 2003 wurden alle diese Aktivitäten für rund 70 Millionen Dollar an Mayne Pharma veräußert.

Neuer Schwerpunkt

Seitdem widmet sich Tapestry der Entwicklung einer neuen Generation von Taxanen, die nicht nur wirksamer sein sollen, sondern auch weniger Nebenwirkungen aufweisen und bei Patienten angewendet werden können, die auf eine Behandlung mit Paclitaxel und vergleichbaren Präparaten aufgrund von Resistenzen nicht mehr ansprechen. Der aussichtsreichste Produktkandidat von Tapestry trägt den Forschungsnamen TPI 287. In verschiedenen klinischen Studien wird derzeit dessen Potenzial bei der Behandlung von Lungen-, Brust- und Prostatakrebs ausgelotet. Bis Ende des Jahres sollen die Ergebnisse der Phase-I-Tests veröffentlicht werden. Fallen diese positiv aus, dürfte dies der Aktie einen ordentlichen Schub geben.

Hohes Risiko, große Chance

Der Markt für Taxane zur Krebstherapie wird von Experten auf rund drei Milliarden Dollar geschätzt. Verläuft die Entwicklung der Produktkandidaten weiter positiv, dürfte sich Tapestry von diesem Kuchen eine gute Scheibe abschneiden. Allerdings befinden sich die Wirkstoffe noch in einem sehr frühen Entwicklungsstadium, was die Gefahr von Rückschlägen deutlich erhöht. Die Aktie ist deshalb nur für Anleger mit extrem hoher Risikobereitschaft geeignet.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 46/2006.

Hier erhalten Sie weitere Informationen zum Magazin.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV