MPH Vz.
- Werner Sperber - Redakteur

Die MPH wird gebraucht

Der Kurs der Vorzugsaktie der MPH Mittelständische Pharma Holding AG steigt heute prozentual stärker als die Börsen im Allgemeinen. Trotz eines Gewinnrückgangs im ersten Halbjahr 2011 hat der Konzern anscheinend deutlich besser abgeschnitten als von den Anlegern erwartet.

Die in Berlin ansässige MPH Mittelständische Pharma Holding AG hat heute Zahlen für das erste Halbjahr 2011 vorgelegt, die deutlich besser ausgefallen sind, als vom Markt erwartet. Der deutliche Kursanstieg der Vorzugsaktien belegt das. Die MPH baut die Tochterfirma Haemato Vet GmbH für veterinär-medizinische Produkte sowie Ergänzungsfuttermitteln erst auf. Die Tochterfirma Haemato Pharm AG (re)-importiert Medikamente, welche in anderen EU-Ländern um im Schnitt 25 Prozent günstiger angeboten werden als in Deutschland. Diese Präparate werden neu verpackt und an Apotheken verkauft. Diese sind per Gesetz verpflichtet, mindestens fünf Prozent ihrer Arzneimittel aus Importquellen zu beziehen. Die Zahl der zugelassenen (Re)-Import-Medikamente hat sich im Jahresvergleich von 210 auf 507 erhöht. Das zweite Standbein bildet der Vertrieb von Nachahmer-Medikamente und die dritte Säule bildet die verstärkte Expansion in das EU-Ausland. Die Veränderungen im regulatorischen Umfeld für pharmazeutische Hersteller (beispielsweise die Erhöhung des Zwangsrabattes von sechs auf 16 Prozent ab August 2010) führten zu spürbaren Margeneinschnitten.

Gewinnsteigerung prognostiziert

Im ersten Halbjahr 2011 hat MPH 70,3 Millionen Euro umgesetzt. Das sind 28,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Aufgrund überproportional gestiegener Aufwendungen für Rohstoffe und stark gestiegener Abschreibungen des jungen Unternehmens erhöhte sich das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) lediglich um 2,6 Prozent auf 6,12 Millionen Euro. Wegen eines deutlich schwächeren Finanzergebnisses sank der Nettogewinn um 1,1 Prozent auf 5,03 Millionen Euro. Das Ergebnis pro Aktie blieb bei 0,13 Euro. Der Vorstand erwartet für das Gesamtjahr einen Umsatz von mehr als 140 Millionen Euro und eine Steigerung des Gewinns.

Langfristig gute Aussichten

Das Management geht davon aus, dass der Kostendruck auf die (Gesetzlichen) Krankenkassen wächst, da die Zahl der langfristig zu behandelnden Krankheiten und Patienten wächst. Demzufolge steigen die Chancen auf gute Geschäfte der MPH. Dem schließt sich DER AKTIONÄR an. Anleger sollten die Vorzugsaktie des bilanziell soliden Unternehmens mit einem Kursziel von 3,50 Euro und einem Stoppkurs bei 1,45 Euro kaufen.

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| Michael Schröder | 0 Kommentare

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