GROUPON INC.CL.A
- Martin Weiß - stellv. Chefredakteur

Die Lieblingsaktien der Redaktion (Teil 18)

2011 war ein nervenaufreibendes und am Ende sehr schwaches Börsenjahr: DAX, TecDAX und Co verbuchten teils deutliche Verluste. Nun fragen sich die Anleger: Welche Aktien sind interessant und haben das Potenzial, den Markt in den kommenden Monaten hinter sich zu lassen? In seiner Serie "Die Lieblingsaktien der Redaktion" gibt DER AKTIONÄR auf diese Fragen die richtigen Antworten.

An der Börse gibt es etliche Möglichkeiten, die Entwicklung von Aktienkursen zu prognostizieren. Bevor man aber damit beginnt, die fundamentale Situation eines Unternehmens zu bewerten oder eine technische Analyse durchzuführen, sollte man es ganz einfach mal mit dem gesunden Menschenverstand versuchen. Im Zweifelsfalls spart das Zeit und Geld (im Idealfall beides). Ein Paradebeispiel ist der US-Konzern Groupon.

Viel Hype um nichts

Groupon (WKN A1J MC2) vermittelt Gutscheine über das Internet. Das funktioniert so: Kunden schließen sich zu Käufergemeinschaften zusammen und erhalten anschließend hohe Nachlässe (ab 50 Prozent) auf Smartphones, Wellness-Behandlungen, Reisen, Restaurantbesuche, und, und, und.

Das Geiz-ist-geil-Geschäftsmodell hat der US-Firma seit der Gründung 2008 zu einem atemberaubenden Wachstumstempo verholfen. 2011 beschäftigte der Konzern bereits mehr als 10.000 Mitarbeiter und war in 34 Ländern aktiv.

Analysten rechnen für das vergangene Geschäftsjahr mit Erlösen von 1,6 Milliarden Dollar. Der Haken: Groupon wird trotz der gewaltigen Umsätze keinen müden Cent verdienen. Vielmehr dürfte unter dem Strich ein Verlust von deutlich mehr als 200 Millionen Dollar anfallen.

Groupon ist der Marktführer bei Online-Gutscheinen. Will das Unternehmen seine Position gegen die aufkommende Konkurrenz (LivingSocial, Angie's List, Google, etc.) verteidigen, muss weiter massiv in das Marketing (Q1-Q3 2011: 615 Mio. Dollar) investiert werden.

http://charts.applab.de/editor/GetImage.aspx?guid=6342821a-221e-40c2-8228-b7d8b5cfbdd6

Die hohen Kosten sind nicht die einzige Baustelle bei Groupon: Wie eine Umfrage ergeben hat, plant die Hälfte der Einzelhändler in den kommenden sechs Monaten keinen Deal. Das Ergebnis, wenngleich nicht repräsentativ (400 Teilnehmer), dürfte die Anleger weiter verunsichern. 

Aktie mit Potenzial - nach unten!

Groupon wird an der Börse mit 11,4 Milliarden Dollar bewertet, entsprechend mit dem 5-Fachen der für 2012 erwarteten Umsätze. Das KGV (2012e) beträgt 65. Die Bewertung erscheint aberwitzig. Das Geschäftsmodell bietet keine echten Eintrittsbarrieren und der wachsende Wettbewerb drückt auf die ohnehin niedrigen Margen.

Die Aktie ist seit Anfang Januar bereits deutlich im Wert gefallen und notiert bei 17,81 Dollar unter dem Emissionspreis. Anleger sollten auf eine Fortsetzung des Trends spekulieren und Groupon shorten (direkt, CFD). Das Kursziel beträgt zehn Dollar.

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| Tamara Bauer | 0 Kommentare

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