OMV
- Werner Sperber - Redakteur

Die Lieblingsaktien der Redaktion (Teil 17)

2011 war ein nervenaufreibendes und am Ende sehr schwaches Börsenjahr: DAX, TecDAX und Co verbuchten teils deutliche Verluste. Nun fragen sich die Anleger: Wo sollte man 2012 investiert sein? Welche Aktien sind interessant und haben das Potenzial, Die Lieblingsaktien der Redaktion (Teil XY)den Markt in den kommenden Monaten hinter sich zu lassen? In seiner Serie "Die Lieblingsaktien der Redaktion" gibt DER AKTIONÄR auf diese Fragen die richtigen Antworten.

2011 war ein nervenaufreibendes und am Ende sehr schwaches Börsenjahr: DAX, TecDAX und Co verbuchten teils deutliche Verluste. Nun fragen sich die Anleger: Wo sollte man 2012 investiert sein? Welche Aktien sind interessant und haben das Potenzial, Die Lieblingsaktien der Redaktion (Teil XY)den Markt in den kommenden Monaten hinter sich zu lassen? In seiner Serie "Die Lieblingsaktien der Redaktion" gibt DER AKTIONÄR auf diese Fragen die richtigen Antworten.

Im Jahr 2009 verteuerte sich die Aktie von Balda um 700 Prozent. Im Jahr 2010 legte die Notierung von Bertrandt um mehr als 150 Prozent zu. Im Jahr 2011 sollte es defensiver werden. Doch die Verantwortlichen des "Lieblings" Chaoda Modern Agriculture halten wahrheitsgemäße Zahlen in der Bilanz chinesisch-gleichmütig wohl für nicht zwingend, wenn andere Zahlen ein besseres Feng Shui haben. Die entsprechenden strafverfolgenden Behörden zeichnen sich durch Höflichkeit aus. Schließlich ist es nicht schön für die Politiker, welche Chaoda zuvor regelmäßig in höchsten Tönen gelobt haben, wenn diese Behörden wegen Betrugs gegen den Agrarkonzern ermitteln. Wenn solche Leute im Unternehmen, in der Politik und in den Behörden zusammenkommen, zahlt der Anleger: Der Verlust beträgt 96 Prozent. Es empfiehlt sich, höflich zu sein und den Chinesen den Vortritt bei chinesischen Aktien zu lassen.

Die Erde wird sich weiterdrehen

Bleib' im (Nachbar)-Land und nähre dich redlich: OMV hat es zum "Liebling" des Jahres 2012 geschafft, denn in der Summe bietet der österreichische Öl- und Gaskonzern ein sehr gutes Chance-Risiko-Verhältnis. Sollte sich die Erde - entgegen aller Anleger-Erwartungen - weiterdrehen, braucht sie Gas und Öl. In diesem Zusammenhang ist die Entwicklung des Ölpreises der Sorte Brent aufschlussreich. Beim jüngsten Weltuntergang von Mitte 2008 bis Anfang 2009 brach der Preis je 159-Liter-Fass von mehr als 145 Dollar auf weniger als 40 Dollar ein. Im Jahr 2011 ermäßigte sich die Notierung für ein Barrel Brent-Öl lediglich von gut 125 auf knapp 100 Dollar. Es gibt also wohl doch eine Nachfrage nach Öl, die auf eine weitere Wirtschaftstätigkeit auf Erden schließen lässt.

Kernregion Österreich, Rumänien, Türkei

Die im Jahr 1956 gegründete und in der Trabrennstraße in Wien ansässige Österreichische Mineralölverwaltung Aktiengesellschaft (OMV AG) legt eigenem Bekunden zufolge viel Wert auf soziale und ökologische Themen. OMV gliedert das operative Geschäft in die vier Sparten "Exploration & Produktion (E&P) ", "Gas und Power (G&P)", "Raffinerien und Marketing inklusive Petrochemie (R&M) " sowie "Konzernbereich und Sonstiges (Kb&S)". OMV produziert Melamin und Geotextilien sowie für den mittel- und osteuropäischen Raum Düngemittel. OMV ist bei der Suche, der Erschließung und der Produktion von Öl und Gas in Mittel- und Osteuropa sowie der Türkei mit führend. In derselben Region befinden sich auch die insgesamt 4.700 Tankstellen. Das Segment E&P ist vor allem in Österreich und Rumänien aktiv. In den ersten neun Monaten 2011 förderte der Konzern 287.000 Barrel Öl-Äquivalent pro Tag. Da die Reserven und die Fördermengen in den reifen Öl- und Gasfeldern eher rückläufig sind, erwartet der Vorstand Wachstum durch das Finden und Zukaufen von Lagerstätten innerhalb der Kaspischen Region, des Nahen Ostens und Nordafrikas.

Öl, Gas und nun Strom

Das Segment G&P wird in die vier Geschäftsfelder "Sales", "Supply & Trading", "Gas Logistics" und "Power" sowie den Central European Gashub unterteilt. Innerhalb des OMV-Konzerns wuchs G&P vor allem durch die Übernahme des rumänischen Öl- und Gas-Konzerns Petrom im Jahr 2004 und der türkischen Petrol Ofisi im Jahr 2010. Mit dem Gas-Handelsgeschäft "Sales" ist OMV führend in Österreich und Rumänien und plant eine weitere Internationalisierung. "Supply & Trading" ist nicht nur für die Förderung von Gas und den Vertrieb zugekauften Erdgases zuständig, sondern auch für den Strom-Großhandel aus den eigenen Gas-Kraftwerken des Geschäftsfeldes "Power". "Gas Logistics" betreibt drei Erdgas-Reservoirs, den Gasknotenpunkt in Baumgarten und ein Erdgas-Pipeline-Netz mit einer Länge von rund 2.000 Kilometern. Zudem ist OMV auch im Geschäftsfeld Flüssiggas (LNG, liquid natural gas) tätig. Als einer von fünf Konsortiums-Konzernen baut OMV die Erdgas-Leitung Nabucco, mit der ab Ende des Jahres 2017 Gas aus der kaspischen Region, dem Nahen Osten und Ägypten nach Europa transportiert werden soll.

Die Araber wollen mehr

Natürlich haben Vorstandsvorsitzender Dr. Gerhard Roiss und die knapp 30.400 Mitarbeiter auch Probleme im Konzern, wie etwa die Lage am Produktionsstandort Libyen, den seit Februar 2008 eingefrorenen Erdgaspreis in Rumänien oder den Margendruck im Gasgeschäft sowie der Raffinierung. Andererseits bildet der Aktionärskreis eine gute Unterstützung: 31,5 Prozent der Anteile hält die Österreichische Industrieholding AG (ÖIAG) und 24,9 Prozent die International Petroleum Investment Company (IPIC), wobei das Staatsunternehmen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten den Anteil noch etwas auf mehr als 25 Prozent ausbauen will.

Solide und günstig

Insgesamt sind das Management und die Analysten optimistisch. Die Analysten schätzen sehr konservativ, dass die Nettoverschuldung bis Ende des Jahres 2012 auf 4,17 Milliarden Euro sinken wird. Der Gewinn je Aktie für die Jahre 2011 bis 2013 soll von 3,30 Euro über 3,96 Euro auf 4,87 Euro zulegen. Das entspräche bei einem Aktienkurs von 24 Euro Kurs-Gewinn-Vielfachen von günstigen 7, von 6 und von 5. In den Jahren 2004 bis 2010 belief sich das durchschnittliche KGV auf 10. Angesichts dieser günstigen Bewertung, der sich wieder verbessernden finanziellen Situation mit einer Eigenkapitalquote von 46,7 Prozent, der Dividenden-Rendite von 4,4 und 4,8 Prozent bei geschätzten Ausschüttungen von 1,07 und 1,15 Euro in den Jahren 2012 und 2013, sowie einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von nur 0,6 dürfte die Notierung der Anteile steigen. Die Kursziele der Analysten reichen von 19,50 bis 35 Euro. Bei 22,30 Euro befindet sich eine stabile horizontale Unterstützung und wenn die Marke von 24 Euro nachhaltig überwunden bleibt, ist auch der seit Februar 2011 und einem Kurs von 34,90 Euro gültige Abwärtstrend überwunden.

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