- DER AKTIONÄR

Die Kurt-Ochner-Aktie

Seit der Neuausrichtung schwimmt die Stuttgarter Beteiligungsgesellschaft KST auf einer Erfolgswelle. Jetzt soll die Schlagzahl sogar noch erhöht werden. Dem Team um Kurt Ochner ist auch in Zukunft eine überdurchschnittliche Performance zuzutrauen.

Seit der Neuausrichtung schwimmt die Stuttgarter Beteiligungsgesellschaft KST auf einer Erfolgswelle. Jetzt soll die Schlagzahl sogar noch erhöht werden.

Von Michael Lang

Fällt der Name Kurt Ochner, werden Erinnerungen an die Blütezeit des Neuen Marktes wach, als der bekennende Odenwälder als Fondsmanager der Schweizer Privatbank Julius Bär regelrechten Kultstatus erreichte. Und obwohl er in der anschließenden Talfahrt, in der er sich angesichts der horrenden Mittelabflüsse nach eigener Aussage "zum reinen Kassenwart degradiert" sah, seinen Posten räumen musste, übt er nach wie vor eine geradezu magische Faszination auf viele Anleger aus.

Vorschusslorbeeren gerechtfertigt

Besonders deutlich wurde dies bei Ochners Comeback im Februar 2004. Allein die Ankündigung seines Einstiegs bei der ehemaligen Maklergesellschaft KST, die damals kurz vor der freiwilligen Liquidation stand, genügte für einen Kurssprung von mehr als 100 Prozent. Dreizehn Monate später zeigt sich, dass die Vorschusslorbeeren durchaus gerechtfertigt waren. Gemeinsam mit seinem Vorstandskollegen Wolfgang Rück, der ihm in Verwaltungsangelegenheiten den Rücken frei hält, führt Ochner die KST Beteiligungs AG, an der er zusammen mit weiteren Organmitgliedern rund 20 Prozent hält. Das Kapital der Gesellschaft wird in jenes Börsensegment investiert, in dem sich der Ex-Fondsmanager wie kaum ein zweiter auskennt: deutsche Small Caps. Im KST-Portfolio finden sich mit Südzucker, Drillisch und Elexis sowohl bekannte Namen als auch weniger beachtete Gesellschaften wie AAP Implantate, Advanced Medien oder SHS.

Hohe stille Reserven.

Die KST-Bilanz, die zum Jahresende 2004 Wertpapiere und liquide Mittel von rund 16 Millionen Euro auswies, spiegelt die tatsächliche Vermögenssituation der Stuttgarter nur unzureichend wider. Denn aufgrund des angewendeten strengen Niederstwertprinzips schlummern im Portfolio hohe stille Reserven. Bereits Ende 2004 hatten sich diese auf rund drei Millionen Euro summiert. Angesichts der hervorragenden Performance von Portfoliounternehmen wie VEM Aktienbank, Schaltbau oder Stratec Biomedical seit Jahresanfang dürfte der innere Wert von KST mittlerweile deutlich über 20 Millionen Euro liegen. Allein die 100.000-Inticom-Aktien, die mit rund 16 Euro je Aktie in der Bilanz stehen, bescherten den Stuttgartern bisher einen siebenstelligen Kursgewinn. Ochner spricht denn auch vom "besten Quartal seit meinem Einstieg" und gibt gleichzeitig die Zielsetzung für die nahe Zukunft vor: der innere Wert des Portfolios soll jeden Monat um durchschnittlich zehn Cent gesteigert werden.

Höhere Schlagzahl

Die Vorteile gegenüber einem klassischen Aktienfonds liegen auf der Hand. Während Fondsmanager in volatilen Phasen auf kaum planbare Mittelzu- beziehungsweise -abflüsse reagieren müssen, können sich Ochner und sein Team auf ihre Anlageziele konzentrieren. Darüber hinaus bescheren deutlich niedrigere Verwaltungs- und Reportingkosten den Stuttgartern einen zusätzlichen Performancevorteil. Nach den jüngsten Erfolgen will der KST-Vorstand jetzt sogar noch einen Gang höher schalten. Auf der Hauptversammlung am 7. April will er sich die Ausgabe von Wandelschuldverschreibungen bis zu einem Betrag von 20 Millionen Euro genehmigen lassen, wobei zunächst nur eine Tranche in Höhe von zehn Millionen Euro abgerufen werden soll. Ausgestattet ist die fünf Jahre laufende Anleihe mit einem Coupon von fünf Prozent sowie einem Wandlungspreis von acht Euro. Unterstellt man einen KST-Kurs von zwölf Euro am Laufzeitende, würde sich die Gesamtperformance der Anleihe auf 75 Prozent summieren. Dank der attraktiven Ausgestaltung dürfte die Platzierung unter den KST-Aktionären reine Formsache sein, zumal nach Aussage Rücks andernfalls bereits weitere Investoren Gewehr bei Fuß stehen würden.

Der bessere Fonds

Anleger, die sich im deutschen Nebenwertesegment engagieren wollen, finden in der KST-Aktie ein ideales Investmentvehikel. Die Beteiligungsgesellschaft verfügt über ein breit gestreutes und professionell gemanagtes Small-Cap-Portfolio. Obwohl der Track-Record der letzten Quartale wahrscheinlich nur schwerlich in dieser Qualität aufrecht erhalten werden kann, ist dem Team um Kurt Ochner auch in Zukunft eine überdurchschnittliche Performance zuzutrauen. Langfristinvestoren ordern die marktenge Aktie mit Limit 5,70 Euro.

KST-Beteiligungs AG

 

ISIN DE0006322001
Kurs am 13.05.2005 5,38 €
Empfehlungskurs 5,50 €
Ziel 8,00 €
Stopp 4,10 €
KGV 05e 6
Chance/Risiko 4/3

 

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