Dialog Semi
- Werner Sperber - Redakteur

Die Hugo Boss AG und Metro im Blick der Anleger; Börsenwelt Presseschau I

Platow Derivate spürt Unsicherheit bezüglich der Hugo Boss AG und möchte daraus gewinnbringend Nutzen ziehen. Der Frankfurter Börsenbrief spekuliert langfristig auf den Umschwung bei Metro. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.


Börsenwelt Presseschau: Die Experten von Platow Derivate verweisen auf eine Meldung des britischen Luxusgüter-Konzerns Burberry, welcher von einer deutlich schwächeren Geschäftsentwicklung im Einzelhandel berichtet. Demnach habe die Konjunkturabkühlung nun auch die Luxusgüter-Branche erfasst. Wohl auch aufgrund dieser Nachricht sank der Aktienkurs der Hugo Boss AG in der vergangenen Woche stark. Anleger befürchten erhebliche Probleme, da sich die Hugo Boss AG vergleichsweise stark auf den Großhandel, das Bekleidungsgeschäft sowie den europäischen Markt konzentriert. Der Vorstand prognostizierte bei der Präsentation der Halbjahreszahlen für das Gesamtjahr einen währungsbereinigten Anstieg des Umsatzes von bis zu zehn Prozent sowie des EBITDA vor Sondereffekten von zehn bis zwölf Prozent. Dabei hat das Management eine Eintrübung des Branchenumfelds, insbesondere in den südeuropäischen Ländern, bereits berücksichtigt. Deshalb muss es bei der Hugo Boss AG nicht zwingend schlechte Nachrichten geben. Da die Zahlen zum laufenden dritten Quartal aber erst Ende Oktober veröffentlicht werden, könnte die momentane Verunsicherung noch etwas anhalten. Mit dem Kursrückgang vergangene Woche hat sich auch das Chartbild verschlechtert. Die massive Unterstützung ist nachhaltig unterschritten und die Anleger nutzten die Erholungsversuche der vergangenen Tage immer wieder für Verkäufe. Diese Korrektur kann bis zu Notierungen von 55 Euro hinabführen, ohne dass der langfristige Aufwärtstrend in Gefahr ist. Kurzfristig orientierte, risikobereite Anleger sollten deshalb auf eine erneute Bestätigung der Korrektur warten und dann bei einem Aktienkurs von rund 67,50 Euro das endlos laufende Short-Zertifikat (WKN CT7 XXU) der Citigroup auf die Hugo Boss AG zu einem Kurs ab 1,46 Euro kaufen. Der Schein ist mit einer Basis bei 81,85 Euro, einer Totalverlust-Schwelle bei 78 Euro und einem Hebel von derzeit 4,9 ausgestattet. Der Stoppkurs sollte bei 71,40 Euro für die Aktie beziehungsweise 1,05 Euro für das Zertifikat gesetzt werden.

Änderungen in den Musterdepots von Platow Derivate:

Im Derivate-Musterportfolio sind die 260 Long-Zertifikate (WKN BP2 FBY) auf Dialog Semiconductor mit Gewinn und die 1.100 Short-Zertifikate (WKN CT4 F74) auf Aurubis mit Verlust ausgestoppt worden. Dafür haben die Verantwortlichen 2.000 Put-Optionsscheine (WKN UU1 U11) auf Beiersdorf zu 0,82 Euro eingebucht und bei 0,61 Euro abgesichert sowie 1.700 Call-Optionsscheine (WKN DX0 UPZ) auf Südzucker zu 0,52 Euro aufgenommen und den Stoppkurs bei 0,32 Euro gesetzt. Nun möchten sie noch weitere 2.200 dieser Calls auf Südzucker zu höchsten 0,48 Euro einbuchen sowie 800 Short-Zertifikate (WKN CT7 XXU) auf die Hugo Boss AG ab je 1,46 Euro (Stopp-Loss bei 1,05 Euro).

Im Alpha-Turbo-Musterdepot sind die 3.700 Alpha-Long-Zertifikate (WKN DZ2 TV6) auf das Paar vinkulierte Namensaktie von BayWa/DAX mit Verlust ausgestoppt worden. Die Spekulation auf eine bessere Entwicklung des Aktienkurses im Vergleich zum Index ist damit gescheitert. Dafür haben die Verantwortlichen 2.800 Alpha-Long-Zertifikate (WKN DZ4 ZST) auf das Paar BB Biotech/DAX zu 1,23 Euro eingebucht und bei 0,50 Euro abgesichert.   


Der Frankfurter Börsenbrief: Metro, Freund der Turnaround-Anleger

Die Aktie von Metro ist der aktuelle DAX-Kandidat für langfristige Turnaround-Freunde. Auch wenn Metro demnächst in den MDAX absteigt, bleibt der Konzern immer noch eine Handelsgröße im Weltformat und auf Rang 4 der globalen Rangliste. Der Kursrückgang der Aktie von Metro von knapp 60 Euro noch Ende des Jahres 2010 auf weniger als 20 Euro im Tief hat zwei Gründe: Zum einen ist der Markt für Handelsunternehmen enorm schwierrig geworden, wie die Insolvenzen von KarstadtQuelle, Woolworth, Schlecker, Neckermann oder Wissmach andeuten. Zum anderen kam die Internet-Strategie zu spät respektive war sie nicht ausgegoren, es gab Streit in der Führung von Metro und das Verhältnis zum Großaktionär, dem Familienunternehmen Haniel, war schwierig. Die Franz Haniel & Cie. GmbH hat nach Angaben der Experten des Frankfurter Börsenbriefes mittlerweile selbst wirtschaftliche Probleme. Doch Olaf Koch, der bei Metro vom Finanzvorstand zum Vorstandsvorsitzenden aufgestiegen ist, verdient einen Vertrauensvorschuss. Koch muss sich weiterhin um die beiden Säulen des Konzern "Metro Cash & Carry" sowie "Media-Saturn" kümmern, die Tochterfirma "Kaufhof" steht grundsätzlich zum Verkauf. Kaufhof könnte einschließlich der Immobilien zwei bis drei Milliarden Euro wert sein, wie Finanzvorstand Mark Frese durchblicken ließ. Derzeit kostet Metro etwa 8,1 Milliarden Euro an der Börse. Dem stehen ein Umsatz von 66,7 Milliarden Euro im vergangenen Jahr gegenüber, ein Gewinn von 741 Millionen Euro, ein Immobilienwert, welcher von Frese auf knapp acht Milliarden Euro geschätzt wird, und Investitionen von insgesamt etwa 15 Milliarden Euro in den vergangenen sechs Jahren. Dazu kommt die Dividende. Für die vergangenen beiden Jahre schüttete der Konzern jeweils 1,35 Euro je Stammaktie aus. Würde dieser Wert auch für das laufende Jahr bezahlt, beliefe sich die Dividendenrendite auf rund 5,5 Prozent. Anleger sollten die Aktie deshalb mit einem Kursziel von 45 Euro und einem Stoppkurs bei 20,78 Euro kaufen.

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