- Alfred Maydorn - Redakteur

Die große Solar-Konsolidierung läuft: Wer steigt bei Centrosolar ein?

Die Solarbranche formiert sich in diesen Tagen neu: Während sich Siemens von seiner Solarsparte trennen will, hat der angeschlagene chinesische Solarkonzern LDK einen neuen strategischen Investor. Auch bei Centrosolar gibt es immer wieder Beteiligungsgerüchte.

Die lange erwarte Konsolidierung der Solarbranche kommt in mehr und mehr in Fahrt. So will sich Siemens nun endgültig von seinen Solaraktivitäten trennen, die der Milliardenkonzern nie so recht vorangetrieben hatte. Siemens ist insbesondere im Bereich der Solarthermie aktiv, der sich aufgrund der hohen Kosten nicht gegen die Photovoltaik durchsetzen konnte.

LDK Solar mit Kurssprung

Aber auch der chinesische Solarsektor kommt in Bewegung. Gestern wurde bekannt, dass der staatlich unterstützte Solarkonzern Heng Rui Xin Energy im Rahmen einer Kapitalerhöhung 20 Prozent der Anteile des angeschlagenen Solarkonzerns LDK Solar erwerben will. Dem Unternehmen fließen so rund 23 Millionen Dollar zu. Nicht viel vor dem Hintergrund des Schuldenberges von über drei Milliarden Dollar, den LDK in den vergangenen Jahren angehäuft hat. Die Aktie von LDK Solar reagierte dennoch mit einem Kurssprung um 21 Prozent.

Interessantes Investment

Auch bei der deutschen Centrosolar kommen immer wieder Gerüchte um eine Beteiligung oder eine Übernahme auf. Nach dem Ausstieg des Großaktionärs Centrotec ist das Unternehmen aufgrund seiner Aktionärsstruktur - fast alle Aktien befinden sich im Streubesitz - für einen strategischen Investor sehr interessant.

Im Gegensatz zu vielen anderen angeschlagenen Solarkonzernen ist Centrosolar aber nicht auf einen Investor angewiesen, sondern kann seine Geschäfte auch unabhängig vorantreiben. Dennoch würde der Einstieg eines namhaften und finanzstarken Partners die Möglichkeiten des gut aufgestellten deutschen Solarunternehmens verbessern.

Viele Vorteile, niedriger Kaufpreis

Centrosolar überzeugt vor allem durch seinen hohen Auslandsanteil von 70 Prozent, dem guten Vertriebsnetz inklusive der schnell wachsenden US-Tochter und der hohen Innovationskraft, insbesondere im Bereich der intelligenten Stromnutzung. Und bei den aktuell niedrigen Kursen würde eine 20-prozentige Beteiligung gerade einmal fünf Millionen Euro kosten. Den ganzen Konzern gibt es für 25 Millionen Euro, was gerade einmal einem Zehntel des Jahresumsatzes entspricht.

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