Lynas Corporation
- Markus Bußler - Redakteur

Die große, bunte Lynas-Show

Die Aktionäre des Seltenen-Erden-Konzerns Lynas sind Leid erprobt. Der Aktienkurs kannte nur die Richtung nach unten. Doch heute meldet sich das Papier mit zweistelligen prozentualen Kursgewinnen zurück. Was steckt hinter dem dicken Plus?

Zur Erinnerung: Der eigentlich in Australien beheimatete Konzern Lynas will das in Australien abgebaute Erz in seiner extra errichteten Produktionsanlage in Malaysia weiter verarbeiten. Doch es hat sich beträchtlich Widerstand formiert. Nicht nur Privatpersonen haben gegen die Anlage mobil gemacht, auch die politische Opposition hat die Gunst der Stunde genutzt und die Ängste in der Bevölkerung geschürt. Radioaktive Nebenprodukte könnten bei der Produktion anfallen.

Einspruch abgewiesen

Zuletzt lastete ein Einspruch gegen die vorläufige Betriebserlaubnis, die nach Monaten des Bangens endlich zugestellt wurde, auf dem Aktienkurs. Doch der Kuantan High Court hatte den Einspruch endlich abgewiesen. Analysten wie Andrew Harrington vom Analystenhaus Patersons gehen deshalb davon aus, dass es Ende Januar 2013 zur ersten Auslieferung von Seltenen Erden kommen könnte. Das sind eigentlich gute Nachrichten für das Unternehmen und erklären nicht den Kursrutsch der vergangenen Tage.

Dieser dürfte jedoch damit zusammenhängen, dass die Aktivisten mit weiteren Klagen gedroht haben. Diese könnten im schlimmsten Fall eine weitere Verzögerung zur Folge haben. Dazu kommt: Da die Produktion nicht immer nicht angelaufen ist, verdient das Unternehmen noch kein Geld, muss aber die Kosten für die Anlage stemmen. Es steht eine Kapitalerhöhung über 200 Millionen Australische Dollar im Raum. Diese lastet derzeit wie ein Stein auf dem Kurs. Auch nicht eben förderlich: Die Preise für Seltene Erden standen in den vergangenen Monaten deutlich unter Druck. Einige Investoren sehen die potenziellen Gewinnmargen des Unternehmens bereits vor Produktionsbeginn schwinden.

Was heißt das Ganze für den Anleger? Durch den anhaltenden Druck auf die Aktie sollten bei nahezu allen Privatanlegern die Stoppkurse ausgelöst worden sein. Daher stellt sich hier die Frage: Lohnt sich bereits ein Neueinstieg? DER AKTIONÄR rät aktuell zur Vorsicht. Eine Kapitalerhöhung über 200 Millionen Australische Dollar würde doch zu einer erheblichen Verwässerung der Anteile der Aktionäre führen. Einzelheiten könnten am morgigen Dienstag bekannt gegeben werden. Dann hält der Konzern seine Hauptversammlung in Sydney ab. Im Vorfeld empfiehlt es sich, am Seitenrand zu bleiben.   

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