JERINI AG
- DER AKTIONÄR

Die Entscheidung naht

Wenn in den kommenden Wochen und Monaten die Gesundheitsbehörden in Europa und den USA über das Schicksal von Icatibant entscheiden, hofft nicht nur Entwickler Jerini inständig auf ein positives Votum. Besonders auch die Aktionäre der deutschen Biotech-Schmiede drücken fest die Daumen.

Die Aktie des Biotechunternehmens Jerini hat eine Berg- und Talfahrt hinter sich. Eine Marktzulassung des Wirkstoffs Icatibant könnte bald für neuen Schwung sorgen.

Eine Entscheidung darüber, ob ein neues Medikament zum Verkauf freigegeben wird, ist das „Salz in der Suppe“ einer jeden Biotech-Spekulation. Denn in der Regel gehen die Zulassungsentscheide der Gesundheitsbehörden mit heftigen Kursschwankungen bei den Aktien der Entwicklerfirmen einher – je nach Ausgang extrem in die eine oder die andere Richtung.
Wenn in den kommenden Wochen und Monaten die Gesundheitsbehörden in Europa und den USA über das Schicksal von Icatibant entscheiden, hofft deshalb nicht nur Entwickler Jerini inständig auf ein positives Votum. Besonders auch die Aktionäre der deutschen Biotech-Schmiede drücken fest die Daumen.

Der Konkurrenz überlegen

Icatibant ist eine Arznei gegen das sogenannte Hereditäre Angioödem (HAE, siehe Kasten). Die gefährliche Erbkrankheit kann bislang nur durch Medikamente behandelt werden, die im Krankenhaus intravenös verabreicht werden. Daniel Koller, Mitglied des Management-Teams von BB Biotech, sieht deshalb den Vorteil klar auf Seiten Jerinis: „Die Chancen auf eine Marktzulassung, vor allem in Europa, sind gut. Icatibant kann im Gegensatz zu Konkurrenzprodukten von den Patienten zu Hause selbst unter die Haut gespritzt werden.“ Das weltweite Marktpotenzial für Medikamente gegen HAE taxiert Koller auf bis zu 500 Millionen Euro. Von diesem Kuchen dürfte sich Jerini ein großes Stück abschneiden.

Risiken bleiben

Dass die Zulassung für beide Märkte erfolgt, kann noch nicht als sicher gelten. Denn in den finalen klinischen Studien erreichte Icatibant nur einen Teil der gesteckten Ziele. Ob die teilweise guten Daten dieses Manko wettmachen können, bleibt der Interpretation der Behörden überlassen. In Europa werden diese vermutlich zeitnah entscheiden, für die USA ist das Urteil für den 26. April terminiert.

Fazit

Ein Investment in Jerini ist eine Risikowette auf die Zulassung von Icatibant. Erhält Jerini grünes Licht von den Behörden, winken deutlich höhere Kurse. Bei einer Ablehnung sind jedoch deutliche Abschläge vorprogrammiert. Sehr mutige Anleger wagen eine Spekulation.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 07/2008.

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