Deutsche Telekom
- Werner Sperber - Redakteur

Die Deutsche Telekom kämpft

Eigentlich schien alles klar: Die Deutsche Telekom verkauft ihre schwache Tochterfirma T-Mobile USA an den Wettbewerber AT&T. Doch nun macht die US-Regierung der Telekom und der Bundesregierung einen Strich durch die Rechnung. Die Frage ist: Ist das Nein endgültig oder eine Verhandlungssache?

Die Deutsche Telekom kämpft um die Erlaubnis für den geplanten Verkauf der Tochterfirma T-Mobile USA für 39 Milliarden Dollar an den US-Konkurrenten AT&T. Ein Sprecher des Konzerns aus Bonn sagte bezüglich des kartellrechtlichen Verbotes dieser Transaktion durch die US-Regierung: "Das ist kein Aus. Die Fusion könnte mit Auflagen genehmigt werden." Daran würden die Telekom und AT&T mit aller Kraft arbeiten. Es gebe keinen Plan B. Die Nachrichtenagentur Reuters beruft sich auf deutsche Regierungskreise, wonach die Bundesregierung als 32-Prozent-Aktionär der Telekom davon ausgehe, dass der Verkaufsprozess am Beginn stehe, nicht am Ende.

Der Kampf beginnt, vielleicht

Sollten die US-Behörden den Verkauf stoppen, müsste AT&T die Telekom mit sechs Milliarden Dollar entschädigen. Davon wären drei Milliarden Dollar in bar fällig, dazu kämen Mobilfunkfrequenzen im Wert von zwei Milliarden Dollar und eine Roaming-Vereinbarungen im Wert von einer Milliarde Dollar. Ein Berater, welcher der Telekom nahesteht, sagte, diese Vereinbarung würde nicht noch einmal verhandelt. Mit dem Fall vertraute Insider sagten Reuters, die Klage der US-Regierung sei keine Taktik, um AT&T zu großen Zugeständnissen zu bewegen. Sie ziele darauf, den Zusammenschluss tatsächlich zu verhindern. Bis ein endgültiges und nicht zu kalkulierendes Gerichtsurteil gefällt wird, kann es lange dauern. Die Telekom und AT&T werden das Risiko demnach ganz genau kalkulieren.

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