Deutsche Telekom
- Werner Sperber - Redakteur

Die Deutsche Telekom fordert

Wenn der Bäcker von den Nachbarn Geld verlangt, damit er einen Backofen kaufen kann, werden ihn diese Nachbarn nur mitleidig ansehen. Dabei möchte der Bäcker doch nur zum Wohle seiner möglichen Kunden die Infrastruktur vorhalten. Das will die Deutsche Telekom auch und fordert, dass Hauseigentümer ihren Geldbeutel aufmachen.

Es geht um 50 Milliarden Euro beziehungsweise 3.800 Euro pro betroffenen Hauseigentümer. Niek van Damme sagt, diese Summe würden Experten für nötig halten, um den Ausbau des schnellen Internets (VDSL) zu bezahlen. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte gefordert bis Ende des Jahres 2014 für drei Viertel aller Haushalte eine schnelle Glasfaserleitung mit Internetverbindungen von mindestens 50 Megabit je Sekunde bereitzustellen. Diese Investition könne die in Bonn ansässige Deutsche Telekom natürlich unmöglich alleine aufbringen. Der bei der Telekom als Vorstand für den Vertrieb, das Marketing und die Dienstleistung von Festnetz- und Mobilfunk-Standardprodukten für Privat- und Geschäftskunden in Deutschland verantwortliche van Damme will deswegen mit den Wettbewerbern, wie etwa Telefónica O2 oder Vodafone, sprechen. Im Interview mit dem Focus klagte der Telekom-Deutschland-Chef weiter: "Alle bräuchten mehr Anreize für Investitionen." Ob van Damme damit auch die grob geschätzt 17,5 Millionen Menschen meint, die Wohneigentum besitzen oder sich demnächst anschaffen, ist mehr als fraglich. Dennoch fordert er: Eigentümer, die schnelles Internet in ihrem Gebäude möchten, sollen dafür mitbezahlen. Eigentümer sollen nicht nur regelmäßig für Strom und Wasser zahlen, sondern auch für die Telekomkabel.

Der Stoppkurs wackelt

Im Tagesverlauf hat die Aktie der Deutschen Telekom den Stoppkurs bei 9,30 Euro bereits unterschritten. Doch mit der Beruhigung an den deutschen Börsen notieren die Papiere aktuell wieder höher. Diese höheren Kurse sind absolut gerechtfertigt, schließlich haben die Analysten ihre Schätzungen für die Gewinne je Aktie in den Jahren 2011 bis 2013 in etwa bestätigt. Demnach erwarten sie Ergebnisse von 0,70 Euro beziehungsweise 0,78 Euro respektive 0,88 Euro. Das entspräche Kurs-Gewinn-Vielfachen von 13 beziehungsweise 12 respektive 11. Investierte Anleger sollten die Anteilscheine halten. Für einen Neueinstieg ist es angesichts der Panik an den Märkten jedoch zu früh.

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