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- DER AKTIONÄR

Die Cash-Maschine

Die 1992 in der Nähe von Boston gegründete Unternehmensberatung Edgewater Technology schwimmt im Geld: Momentan beläuft sich der Kassenbestand auf 28 Millionen Dollar. Und jeden Monat wird es mehr. Allein von Januar bis September kamen Barmittel von 2,9 Millionen Dollar hinzu. Wohin mit der Asche? Die Gründer und Vorstände, Shirley Singleton und David Clancey, nehmen derzeit reihenweise Akquisitionskandidaten unter die Lupe.

Das IT-Beratungshaus Edgewater wird an der Nasdaq kaum beachtet. Zu Unrecht – die Firmenkasse ist proppenvoll, die Zuwachsraten sind knackig.

Die 1992 in der Nähe von Boston gegründete Unternehmensberatung Edgewater Technology schwimmt im Geld: Momentan beläuft sich der Kassenbestand auf 28 Millionen Dollar. Und jeden Monat wird es mehr. Allein von Januar bis September kamen Barmittel von 2,9 Millionen Dollar hinzu. Wohin mit der Asche? Die Gründer und Vorstände, Shirley Singleton und David Clancey, nehmen derzeit reihenweise Akquisitionskandidaten unter die Lupe. Sie sagten dem AKTIONÄR in New York, dass sie Wettbewerber mit einer Bewertung zum einfachen Jahresumsatz beziehungsweise mit dem fünf- bis siebenfachen operativen Ergebnis übernehmen wollen – ein vernünftiger Preis. Im Visier: Konkurrenten mit bis zu 20 Millionen Dollar Erlös.

Starkes Wachstum

Edgewater hat sich auf die IT-Beratung spezialisiert. An Bord sind 261 Consultants,verteilt auf sechs Niederlassungen. Am Firmensitz in Wakefield/Massachusetts sind 50 Mitarbeiter in der Verwaltung beschäftigt. Zur Klientel zählen vor allem mittelgroße Firmen, aber auch große Adressen wie Pepsi, American Express oder TimeWarner. Im Regelfall vereinnahmt Edgewater in einem ersten Schritt beim Kunden für eine Strategieberatung rund 200.000 Dollar. Anschließend folgen maßgeschneiderte Softwarelösungen, die mit durchschnittlich 1,2 Millionen Dollar zu veranschlagen sind. Für das renommierte Institut MIT verbesserten die IT-Experten beispielsweise das Bewerbungsprozedere und den Auswahlprozess der Studenten. Das Projektvolumen belief sich auf drei Millionen Dollar. In den ersten neun Monaten kamen 47 Aufträge in trockene Tücher, der Umsatz sprang von 31 auf 44,4 Millionen Dollar. Unter dem Strich blieben per 30. September zwei Millionen Dollar hängen.

Günstig zu haben

Der Börsenwert kommt auf ganze 75 Millionen Dollar. Nicht viel, allein das Eigenkapital liegt mit 84 Millionen Dollar deutlich darüber. Damit notiert Edgewater unterhalb des Buchwertes. Dabei peilt Vorstandschefin Singleton bis spätestens 2008 einen Umsatz von 100 Millionen Dollar an, insofern billigt die Börse nicht einmal einen Jahresumsatz zu. Ganz zu schweigen vom Barvermögen. Sobald das Management die eine oder andere Akquisition meldet, dürfte die Aktie in Fahrt kommen.

Gift für Heuschrecken

Eigentlich wäre Edgewater ein klassischer Übernahmekandidat. Doch haben die Gründer einen Riegel vorgeschoben, indem sie eine Giftpille installierten: So muss der Aufsichtsrat einstimmig einer Offerte zustimmen, damit ein Deal überhaupt zustande kommen kann. Orders sollten wegen der geringen Volumina besser in den USA aufgegeben und auch dort streng limitiert werden.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 05/2007.

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