Deutsche Bank
- Fabian Strebin - Redakteur

Die beste Bankaktie Europas?

Seit dem Tief bei 9,89 Euro im September konnte die Aktie der Deutschen Bank zuletzt bis auf 18,64 Euro zulegen. Das sind fast 90 Prozent Kursgewinn in nicht einmal vier Monaten. Die Bank hat zur Zeit einfach einen Lauf: Nachdem der Hypothekenstreit in den USA beigelegt ist, kommt jetzt auch Rückenwind von der EZB. Die harte Kernkapitalquote, die die Bank 2017 vorhalten muss, sinkt von 10,76 auf 9,51 Prozent. Ende September wies der Konzern schon 12,58 Prozent aus.

Zinszahlungen auf Anleihen sicher

Die harte Kernkapitalquote spielt nicht nur für die Aufsicht eine zentrale Rolle: Nur, wenn eine Bank ihre individuelle Quote erreicht, dürfen Dividenden und Mitarbeiterboni ausgeschüttet werden. Auch die Kuponzahlungen auf die Nachranganleihen der Deutschen Bank hängen von dem Wert ab. Da das Geldhaus die Vorgabe derzeit erfüllt, gelten die Zinsen auf die Anleihen als sicher.

Anleger sollten sich aber nicht zu früh freuen, denn die EZB hat die Kernkapitalquoten für die größten Banken durchweg gesenkt. Die Deutsche Bank kommt dabei teilweise schlechter weg als die Konkurrenz: So muss beispielsweise die Société Générale nur 7,75 Prozent statt bisher 9,75 Prozent vorhalten. Mit einem knappen Prozent fällt die Vergünstigung bei der Deutschen Bank dagegen bescheidener aus. Zudem wird die harte Kernkapitalquote von der EZB jährlich neu festgelegt und kann 2018 wieder steigen.

Keine Impulse

Der erhoffte Befreiungsschlag war der Vergleich mit den USA nicht. Die Aktie hat seitdem kaum reagiert, viele Baustellen bleiben bestehen. Die Deutsche Bank eignet sich allenfalls für Trader, die auf einen Bruch des Widerstandes bei 18,75 Euro setzen können. Das erste Ziel liegt dann im Bereich 23,00 Euro.

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