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Die Angst vor der Rezession

"Katrina" hat eine Spur der Verwüstung hinter sich gezogen. Infolgedessen stieg auch der Ölpreis rasant an. Experten befürchten jetzt erste Folgen für die Wirtschaft. An der Börse gibt es aber auch Gewinner - so die Anbieter von Brennstoff-Technologie.

"Katrina" hat eine Spur der Verwüstung hinter sich gezogen. Infolgedessen stieg auch der Ölpreis rasant an. Experten befürchten jetzt erste Folgen für die Wirtschaft. An der Börse gibt es aber auch Gewinner - so die Anbieter von Brennstoff-Technologie.

Die US Regierung kündigte am Vorabend an, ihre strategischen Ölreserven zu öffnen, um Lieferengpässe zu verhindern und damit die Auswirkungen des Hurrikans auf die Wirtschaft so gering wie möglich zu halten. Die Maßnahme ist notwendig, denn nach offiziellen Angaben sollen rund 95 Prozent der Ölproduktion im Golf von Mexiko direkt vom Sturm betroffen sein. Von den 13 großen Raffinerien in dieser Region, mussten neun die Verarbeitung komplett einstellen - vermutlich über einen Zeitraum von mehreren Monaten.

Experten fürchten in diesem Zusammenhang - zumal zwei wichtige Pipelines außer Betrieb sind - eine nachhaltige Energiekrise, die auch an der wirtschaftlichen Entwicklung insgesamt deutliche Spuren hinterlassen dürfte. Kurzfristig wird mit Benzinpreisen von bis zu 4 Dollar je Gallone (3,6 Liter) gerechnet - zur Zeit sind es noch 2,61 Dollar. Mittelfristig drohen steigende Energiekosten, die letztlich an den Endverbraucher weitergegeben werden. Dies könnte sich auf die Konsumlaune der Bevölkerung niederschlagen und eine nachfragebedingte Rezession auslösen.

An den Börsen stehen nach Naturkatastrophen typischerweise die Rückversicherer im Blickpunkt des Interesses. Branchenprimus Münchner Rück meldet einen "Katrina"-bedingten Versicherungsaufwand von 400 Millionen Euro, hält aber an seiner Prognose für das Gesamtjahr fest. Swiss Re schätzt eine Belastung von 500 Millionen Dollar, was aber auch kompensiert werden dürfte, da im Bereich Naturkatastrophen mehr Einnahmen als Ausgaben zu Buche stehen. Die Hannover Rück kommt hingegen nicht so glimpflich davon. Die Aufwandssumme für Großschäden in diesem Jahr fällt höher als erwartet aus, was den Konzern bereits dazu gezwungen hat, seine Jahresprognose nach unten zu revidieren.

Die von "Katrina" verursachten Schäden an den Förder- und Verarbeitungsanlagen, ließen den Ölpreis neue Rekordhochs erreichen. Dies weckt wiederum das Interesse an alternativen Energiequellen. In Deutschland haben Solaraktien in der Vergangenheit kräftig haussiert. Nun bahnt sich in den USA eine ähnliche Entwicklung an. Hier sind es die Brennstoffzellen-Aktien, die deutlich an Wert gewinnen. Plug Power Inc. legten intraday 9,5 Prozent zu; Millenium Cell und Fuelcell Energy stiegen sogar um 10,1 und 10,6 Prozent.

 

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