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Die 500-Prozent-Chance!

Die Aktie der Beteiligungsgesellschaft DEWB wird immer beliebter. Kein Wunder bei der Chance auf 500 Prozent Kursgewinn. Ein Versäumnis des ehemaligen Vorstandes Lothar Späth könnte die Jenoptik in die Pleite führen und gleichzeitig für einen warmen Geldregen bei den Anteilseignern der DEWB sorgen.

Die Aktie der Beteiligungsgesellschaft DEWB wird immer beliebter. Kein Wunder bei der Chance auf 500 Prozent Kursgewinn.

Von Alfred Maydorn

Ein kleines Versäumnis des ehemaligen Vorstandes Lothar Späth könnte die ostdeutsche Jenoptik in die Pleite führen und gleichzeitig für einen warmen Geldregen bei den Anteilseignern der DEWB (Deutsche Effecten- und Wechsel-Beteiligungsgesellschaft) sorgen. Im Dezember des letzten Jahres entschied das Oberlandesgericht (OLG) Thüringen dass ein viele Jahre altes Abfindungsangebot von Jenoptik in Höhe von 25,61 Euro an die freien DEWB-Aktionäre noch immer gültig ist. Dieses Angebot liegt immerhin rund 500 Prozent über dem aktuellen Börsenkurs von 4,20 Euro.

Gleiches Angebot für alle

Jenoptik hatte 1997 die Mehrheit von 99 Prozent an der DEWB erworben. Dafür musste den verbleibenden freien Aktionären ein Abfindungsangebot machen - der Preis wurde auf 25,61 Euro festgelegt, was in etwa dem damaligen Börsenkurs entsprach. Durch Verkäufe von Jenoptik und mehrere Kapitalerhöhungen hat sich der Streubesitz bei DEWB mittlerweile von einem auf derzeit über 34 Prozent oder 5,2 Millionen Aktien erhöht. Es wurde allerdings von Jenoptik versäumt, die neuen Aktien von den alten - und ursprünglich abfindungsberechtigten - durch eine neue Wertpapierkennnummer unterscheidbar zu machen. Nach dem Urteil des OLG Thüringen gilt das Abfindungsangebot daher nun für alle Aktien der DEWB.

Jenoptik in der Klemme

Also einfach klagen und 500 Prozent verdienen? Ganz so einfach ist es nicht, denn Jenoptik hat gegen das Gerichtsurteil Revision beim Bundesgerichtshof (BGH) beantragt. Noch ist nicht klar, ob der BGH die Klage überhaupt zulässt, geschweige denn, wie das Ergebnis ausfällt. Wird aber das Urteil des OLG Thüringen bestätigt, könnten bei einer Klagewelle der Anleger auf Jenoptik Kosten von über 130 Millionen Euro zukommen. Einen solchen Betrag kann der ostdeutsche Konzern kaum stemmen, die Insolvenz wäre schwerlich zu vermeiden. Vor diesem Hintergrund würde es für Jenoptik durchaus Sinn machen, schon im Vorfeld des Richterspruchs möglichst viele der freien Aktien zu den vergleichsweise niedrigen Kursen an der Börse zu kaufen.

Nicht zu teuer

Eventuelle Käufe von Jenoptik gepaart mit immer mehr Spekulanten, die vom Abfindungsangebot angelockt werden, könnten den Kurs schon im Vorfeld der BGH-Entscheidung kräftig nach oben treiben. Auf dem aktuellen Niveau ist die Aktie der DEWB noch nicht einmal zu teuer: Insgesamt dürfte der Wert aller Beteiligungen der DEWB zwischen drei und sechs Euro pro Aktie liegen, je nach Bewertungsansatz. Erst in der vergangenen Woche veräußerte man den 15,7prozentigen Anteil an der Oasis Siliconsystems für rund 23 Millionen Euro an ein US-Unternehmen.

Große Chancen, geringe Risiken

Die Aktie der DEWB bietet ein geradezu sensationelles Chance-Risiko-Verhältnis. Bei einem Kurspotenzial von 500 Prozent beläuft sich das Rückschlagspotenzial aufgrund der Werthaltigkeit der Beteiligungen auf weniger als 30 Prozent.

Gleiches Recht, gleiches Geld für alle?

DEWB

 

ISIN DE0008041005
Kurs am 08.04.2005 5,17€
Empfehlungskurs 4,15€
Ziel 9,00€
Stopp 3,30€
KGV 05e 6
Chance/Risiko 5/3

 

Dieser Artikel ist in Ausgabe #15/05 von DER AKTIONÄR erschienen.

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