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- Florian Söllner - Leitender Redakteur

Die 5 Gründe für den Wasserstoff-Boom – und die Rallye von Plug Power, SFC, Nel, Ballard und Co

Vor einigen Jahren war noch fast jedem Experten klar: Wasserstoff ist zu teuer, kompliziert und gefährlich – und hat keine Zukunft. Doch jetzt heißt es, umdenken. Für ein Ausrufezeichen sorgte jüngst die Deutsche Post mit der Einführung der Brennstoffzelle (Lieferant ist Plug Power) in seiner DHL-Flotte. Und es lohnt sich nicht nur aus Klimaschutzgründen: „Die Total Cost of Ownership, werden beim neuen Fahrzeug vergleichbar mit einem Diesel-Fahrzeug sein“, so der Pressesprecher gegenüber dem AKTIONÄR. Und es gibt weitere Argumente für den Wasserstoff-Antrieb. Auto Motor und Sport (AMS) hat nun einige Mythen widerlegt. Hier 5 Gründe, wieso Wasserstoff doch Sinn macht:

Sicherheit

Angst vor einem Flammeninferno? Unbegründet: „Von Brennstoffzellenautos geht keine besondere Explosionsgefahr aus. Die Brandgefahr ist bei Autos mit Benzin- oder Dieseltank größer“, so AMS. Ein explosives Gemisch mit Sauerstoff bildet Wasserstoff erst bei einem Anteil ab 18 Prozent. Aber Wasserstoff verflüchtigt sich selbst bei einem Leck im Tank schnell. Die University of Miami simulierte ein Leck: Das Benzinauto ging in Flammen auf und verbrannte – das Wasserstoffauto nahm nur geringen Schaden.

Gewicht

Apropos Verflüchtigung: Lange galt: Wasserstoff entweicht selbst aus Tanks – steht ein Auto länger, ist es leer. Doch das hat sich geändert. Neue Drucktanks (wie die der Hot-Stock-Report-Empfehlung Hexagon) führen nur noch zu marginalen Verlusten. Das Tanksystem beim Mercedes GLC F-Cell wiegt 125 Kilogramm (400 Kilometer Reichweite). Zum Vergleich: Der Akku eines Tesla Model S wiegt 650 Kilogramm.

Wirkungsgrad

Laut Prof. Christian Mohrdieck, Geschäftsführer Mercedes-Benz Fuel Cell, kommen Wasserstoff-Autos auf einen Wirkungsgrad von 50 Prozent. Elektroautos toppen das mit 90 Prozent. Doch den Verbrenner schlägt die Brennstoffzelle deutlich: Selbst bei der Erzeugung von Wasserstoff aus fossilen Energieträgern ist der Wirkungsgrad besser als beim Verbrenner. „Gegenüber dem Elektroauto ist das Brennstoffzellenauto zwar etwas schlechter, Wasserstoff taugt dafür aber besser als transportabler Energiespeicher“, so AMS.

Speicherung

Die Verwendung überschüssiger Energie aus Wind, Sonne oder Wasser zur Erzeugung ist das große Plus – denn dann spielt der Wirkungsgrad nicht mehr die entscheidende Rolle. Das Wetter ist nicht planbar: Im Zuge des Ausbaus alternativer Energien fallen große Spitzen an, weswegen künftig 200 bis 300 Terrawattstunden (etwa in Wasserstoff) gespeichert werden müssen, während Strom speichern via Batterie „viel zu teuer“ ist.

Kosten

1.000 Wasserstoff-Tankstellen in Deutschland wären rund eine Milliarden Euro teuer. Linde oder Nel könnten die Infrastruktur bauen. Die Kosten für den Ausbau fallen mit der Stückzahl. Das gilt noch viel mehr für die Autos selbst. Ballard Power arbeitet etwa mit Erfolg daran, die Kosten der Brennstoffzelle zu senken. Professor Mohrdieck glaubt, dass schon ab sechsstelligen Stückzahlen die Produktion eines Brennstoffzellenfahrzeugs zu ähnlichen Kosten möglich ist wie die eines Elektroautos – wenngleich der große Durchbruch zunächst im Transportsektor anstehen dürfte.

Grünes Depot 2030

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