- DER AKTIONÄR

Die "Heuschrecken"-Aktie

Geduldige Anleger dürfen sich freuen. Die Aktie der Private-Equity-Gesellschaft Heliad ist endlich aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht. Dank vielversprechender Beteiligungen sollte der Kurs weiter gen Norden tendieren.

Geduldige Anleger dürfen sich freuen. Die Aktie der Private-Equity-Gesellschaft Heliad ist endlich aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht. Dank vielversprechender Beteiligungen sollte der Kurs weiter gen Norden tendieren.

Von Michael Lang

Manchmal dauert es an der Börse eben etwas länger, bis das Potenzial einer Aktie auch von der breiten Masse erkannt wird. Jüngstes Beispiel: Heliad Equity Partners, die als börsennotierte Private-Equity-Gesellschaft zu den Exoten unter den deutschen Aktiengesellschaften zählt. Zwar hat die in Ausgabe 08/2005 zu 0,58 Euro empfohlene Heliad-Aktie ihr Verdopplungspotenzial längst noch nicht ausgereizt, doch das spürbar gestiegene Interesse der Anleger schlägt sich bereits im Kurs nieder.

Unter Substanzwert

Heliad fokussiert sich im derzeit positiven Kapitalmarktumfeld insbesondere auf Pre-IPO- und Spätphasen-Beteiligungen mit kurzer Kapitalbindung. Anders als einige andere börsennotierte Beteiligungsgesellschaften zählt Heliad trotz des jüngsten Anstiegs noch zu den unentdeckten Nebenwerten im Prime Standard, notiert sie doch noch deutlich unter ihrem Substanzwert, dem so genannten Net Asset Value (NAV), der aktuell bei 1,05 Euro liegt. Doch auch dieser ist nur eine Richtgröße, stellt sich doch immer die Frage, ob er eher aggressiv oder eher konservativ berechnet wurde. Wie wir vom Management erfahren haben, geht man bei Heliad grundsätzlich vorsichtig vor. Dies begünstigt die Bildung stiller Reserven, wie dies zum Beispiel bei der 6-prozentigen Beteiligung an der ItN Nanovation GmbH, einer der erfolgreichsten Nanotech-Gesellschaften Deutschlands, der Fall ist. Während Fachkreise den Wert der Gesellschaft auf über 70 Millionen Euro taxieren, steht sie bei Heliad mit einer Bewertung von lediglich 18 Millionen Euro in den Büchern. Bei derzeit 8,6 Millionen Aktien der Heliad würde allein die ItN den NAV um mehr als 30 Prozent auf etwa 1,40 Euro ansteigen lassen. Kapitalerhöhung zu einem Euro. Zudem haben mehrere internationale Investoren ihr starkes Interesse bekundet, neue Heliad-Aktien zu einem Euro zu zeichnen. Daher führt die Gesellschaft derzeit eine Kapitalerhöhung aus dem genehmigten Kapital mit Bezugsrecht für Altaktionäre durch. Durch Ausgabe von bis zu 4,2 Millionen neuen Aktien soll das Grundkapital auf maximal 12,8 Millionen Euro erhöht werden. Die Frist für die Ausübung des Bezugsrechts läuft noch bis zum 12. September.

Stopp nachziehen

Nach der abgesagten Fusion mit der Schwestergesellschaft VCH Best-of-VC steht das operative Geschäft wieder im Mittelpunkt. Ein verbessertes Kapitalmarktumfeld, hohe stille Reserven sowie das Interesse institutioneller Investoren sprechen nach wie vor für ein Engagement. Wer der Empfehlung in Ausgabe 08/2005 gefolgt ist, zieht den Stoppkurs zur Gewinnabsicherung auf 0,70 Euro nach.

Artikel aus DER AKTIONÄR 37/05

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