A-TEC Industries
- DER AKTIONÄR

Die "Heuschrecke"

Dr. Mirko Kovats genießt in Österreich den Ruf eines Raiders (zu Deutsch: Plünderer, Heuschrecke). Deutschen Anlegern ist der gebürtige Ungar spätestens seit dem umstrittenen Verkauf seiner VA Tech-Anteile an den Siemens-Konzern im Jahr 2004 bekannt. Und vieles, was Kovats anfasst, wird zum Erfolg. So auch die von ihm aufgebaute und als Vorstand geführte A-Tec Industries AG; seit dem Börsengang am 1. Dezember 2006 stieg die Aktie um mehr als 60 Prozent. Der Lohn: der Aufstieg in den ATX.

A-Tec hat an der Wiener Börse einen Bilderbuchstart hingelegt. Doch die Erfolgsstory scheint noch nicht am Ende.

Dr. Mirko Kovats genießt in Österreich den Ruf eines Raiders (zu Deutsch: Plünderer, Heuschrecke). Deutschen Anlegern ist der gebürtige Ungar spätestens seit dem umstrittenen Verkauf seiner VA Tech-Anteile an den Siemens-Konzern im Jahr 2004 bekannt. Und vieles, was Kovats anfasst, wird zum Erfolg. So auch die von ihm aufgebaute und als Vorstand geführte A-Tec Industries AG; seit dem Börsengang am 1. Dezember 2006 stieg die Aktie um mehr als 60 Prozent. Der Lohn: der Aufstieg in den ATX.

4-Säulen-Modell

Mit A-Tec hat Kovats in den letzten Jahren eine Industriegruppe geschaffen, die in jedem ihrer Bereiche – Anlagenbau, Antriebstechnik, Maschinenbau und Metall – international eine führende Rolle spielt. In der größten Division Anlagenbau (Jahresumsatz 613 Millionen Euro) profitiert das Unternehmen sowohl vom weltweit steigenden Energiebedarf als auch vom Klimaschutz. Unter dem Dach der Austrian Energy & Environment werden zum Beispiel Müllverbrennungsanlagen, thermische Kraftwerke sowie Rauchgasentschwefelungsanlagen hergestellt. Durch den jüngsten Coup, den Kauf des deutschen Großanlagenbauers Lentjes für den symbolischen Preis von einem Euro hat Kovats nach Meinung der Erste-Bank-Analysten „eine perfekte komplementäre Akquisition abgeschlossen“. Lentjes erstellt unter anderen Anlagen zur Energieerzeugung aus Biomasse und Müll und bedient damit einen Wachstumsmarkt.

Der Gewinnmotor der Firmengruppe ist momentan die Division Metall, die in der Montanwerke Brixlegg AG zusammengefasst ist. Die auf die Wiedergewinnung von hochreinem Kupfer aus Kupferschrotten spezialisierte Hütte steigerte 2006 den Umsatz um 65 Prozent auf eine halbe Milliarde Euro und das Vorsteuerergebnis (EBT) um mehr als das Doppelte auf 40 Millionen Euro. Hier profitiert man von den Rekordpreisen, die für Kupfer bezahlt werden.

Niedriges KGV, hohes Wachstum

Insgesamt erwirtschaftete A-Tec im Jahr 2006 bei Erlösen von 1,6 Milliarden Euro ein EBT von 78,6 Millionen Euro, ein Plus von 47 respektive 83 Prozent. Für 2007 hat Kovats einen Umsatz von über zwei Milliarden Euro in Aussicht gestellt, wobei dies sehr konservativ angesetzt ist. Für das Jahr 2008 erwarten die Analysten der Ersten Bank, dass die Schwelle von 2,5 Milliarden Euro erstmals überschritten wird. Der Gewinn pro Aktie wird bei rund 19 Euro gesehen, was einem KGV von unter 9 entspricht. Insgeheim rechnet der aktionär aber mit positiven Überraschungen, zumal Kovats vor kurzem frisches Kapital für weitere Zukäufe über eine Wandelanleihe eingesammelt hat. Bemerkenswert ist, dass die Anleihe mit einer Prämie von 35 Prozent auf den aktuellen Kurs platziert wurde.

Die Ampeln stehen auf Grün

Zwar sind die Risiken bei einem derart schnell wachsenden Unternehmen nicht wegzudiskutieren, doch hat das Management bislang alle Erwartungen mehr als erfüllt. Aufgrund der hohen Gewinndynamik und der niedrigen Bewertung ist die Aktie ein klarer Kauf.

Kursziel bei A-Tec: 225.00 Euro. Stopp: 140,00 Euro.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 21/2007.

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