Dialog Semiconductor
- Markus Horntrich - Chefredakteur

DER AKTIONÄR exklusiv: Dialog-Semiconductor-Aktie jetzt kaufen oder verkaufen?

Die Reaktion auf die heute vorgelegten endgültigen Eckdaten zum Geschäftsjahr 2014 bei Dialog Semiconductor ist heftig. Die Aktie ging im frühen Handel deutlich in die Knie. Ist die Wachstumsstory zu Ende?

Prognose vorsichtig?

Von einem Ende des Wachstums kann keine Rede sein. In ersten Analystenreaktionen wurde die vorsichtige Prognose des Chip-Entwicklers bemängelt. Die Frage ist aber eher, wie "vorsichtig" der Ausblick in Wirklichkeit ist. 265 bis 300 Millionen Dollar will die TecDAX-Firma im laufenden ersten Quartal an Umsatz erlösen. Es wäre verwunderlich, wenn Firmenchef Jalal Bagherli eine Prognose abgeben würde, die er nicht wie in der Vergangenheit locker am oberen Ende erreichen oder - wie in der Vergangenheit üblich - übertreffen kann. Im Jahresvergleich würde ein Umsatz von 300 Millionen Dollar im ersten Quartal 2015 einem Wachstum von 35 Prozent entsprechen. Der Gewinn wird mit dieser Geschwindigkeit mithalten können, wie die jüngsten Zahlen untermauern.

Neue Apple-Produkte und noch viel mehr

Es mag enttäuschend sein, dass das Management nicht offensiv an die Öffentlichkeit geht und über neue Produkte mit Apple oder Samsung offensiv spricht. Doch muss man wissen, dass Geheimhaltungsgründe das den Verantwortlichen untersagen. Die Aufzählung der operativen Highlights lässt aber zumindest erahnen, dass Einiges zu erwarten ist. Dialog spricht von einer "anhaltende Dynamik durch Design Wins im Bereich Powermanagement für neue Plattformen und Modelle unserer wichtigsten Kunden". DER AKTIONÄR interpretiert das als klaren Hinweis darauf, dass Dialog neue Produkte von Apple und Samsung mit Chip-Lösungen ausstatten wird.

Wie es in der Meldung heißt soll auch eine "Ausweitung des Kundenstamms in Asien durch die Zusammenarbeit mit MediaTek und LG" erfolgen. Wie Dialog-Chef Jalal Bagherli im Gespräch mit dem AKTIONÄR heute morgen verriet, wird Dialog basierend auf diesen Kooperationen acht weitere große asiatische (insbesondere aber chinesische) Smartphone-Anbieter im Laufe des Jahres als Kunden präsentieren können. Mit anderen Worten: in kleinen aber kontinuierlichen Schritten reduziert Dialog die Abhängigkeit von Apple.

Auch die Bluetooth-Lösungen tragen zu einer Diversifikation bei. Seit dem vierten Quartal werden hohe Volumina von Dialogs SmartBond™ - Bluetooth–Lösung ausgeliefert. Anwenungsbereiche sind im Grunde alles, was mit dem Megatrend Internet der Dinge zu tun hat. So konnte Dialog zahlreiche Entwicklungsaufträge für kabellose Ladegeräte, Wearable-Computing-Produkte - darunter fällt nach Einschätzung des AKTIONÄR möglicherweise auch die Apple Watch-, Smart-Home und Human-Interface-Geräte hinzugewinnen.

Aktie ein Kauf

Gewinnmitnahmen, wie man sie aktuell bei Dialog Semiconductor beobachten kann, sind "normal", da die meisten Anleger bei der Aktie deutlich im Plus sein dürften. Seit 10 Uhr läuft der Conference-Call mit Analysten. Es ist davon auszugehen, dass die meisten ihre positive Einschätzung beibehalten werden. Mittelfristig dürften die neuen Aussichten bezüglich Apple Watch und der weiteren Gewinnung asiatischer Hersteller in die Bewertungsmodelle einfließen. Gepaart mit der auch für 2015 avisierten hohen Bruttomarge sollten auch einige Aufstufungen möglich sein. DER AKTIONÄR sieht die Aktie gerade nach der heutigen Schwäche als Kauf. Für Neueinsteiger auf dem aktuellenh Niveau bietet sich dann ein Stopp bei 31,80 Euro an.

 

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