Dialog Semiconductor
- Markus Horntrich - Chefredakteur

Dialog Semiconductor: Angst vor Apple-Zahlen


Die Aktie des Chip-Entwicklers und Apple-Zulieferers Dialog Semiconductor schwächelt im Vorfeld der Zahlen des größten Kunden Apple. Analysten sind skeptisch, was die Entwicklung im zurückliegenden Quartal betrifft. Von Januar bis März erwarten sie 52 Milliarden Dollar Umsatz und ein Ergebnis je Aktie von rund zwei Dollar. Das würde heißen, dass Apple erstmals seit 2003 ein Umsatzminus eingefahren hätte.

iPhone-Abhängigkeit lähmt

Hauptsächliche Ursache ist der offensichtlich anhaltend schwache Absatz beim iPhone. Die Schätzung der Experten für das abgelaufene Quartal liegt bei rund 50 Millionen Einheiten, was einem Minus von 18 Prozent entsprechen würde. Das drückt natürlich auch bei Dialog Semiconductor auf die Stimmung, denn die TecDAX-Firma macht 70 bis 80 Prozent der Umsätze mit Apple und ist damit stark von der Entwicklung des iPhone abhängig. Zumindest so lange, bis die angestoßene Diversifizierung bei Produkten und Kunden diese Abhängigkeit reduziert. Die Hoffnungen liegen daher im wesentlichen darauf und dem für Herbst erwarteten iPhone 7. Da Dialog einen höheren Content in den Geräten der nächsten Generation beisteuert, dürfte die Firma auch bei stagnierenden oder leicht rückläufigen iPhone-Verkäufen ein moderates Wachstum realisieren können. Insofern dürfte Dialog bei der Vorlage der eigenen Zahlen signalisieren, dass spätestens im zweiten Quartal die Talsohle bei der Umsatzentwicklung im laufenden Jahr durchlaufen wurde.

Chart angeschlagen - noch

Charttechnisch ist die Dialog-Aktie angesichts der schlechten Aussichten im Vorfeld der Apple-Berichterstattung angeschlagen. Zudem entpuppte sich der Ausbruch über die Marke von 34,00 Euro als Fehlsignal.Der Ausbruch stoppte an der 200-Tage-Linie. Die nächste technische Unterstützung bei 30 Euro sollte halten, andernfalls wäre ein Rückfall bis zum Tief bei 25 Euro die charttechnisch logische Konsequenz. Soweit die kurzfristige perspektive. Im etwas längeren Bild könnte sich allerdings eine inverse SKS-Formation andeuten. Das würde auch zu den fundamentalen Perspektiven passen: Das zweite Halbjahr dürfte nicht nur durch Apples iPhone 7 besser werden, sondern vor allem durch die gute Performance mit anderen Smartphone und Wearable-Kunden. Die Aktie arbeitet an ihrer Bodenbildung, allerdings wurde die AKTIONÄR-Empfehlung aus Ausgabe 6/2016 bei 31,60 Euro ausgestoppt. Sollte die Aktie noch einmal unter die 30-Euro-Marke fallen, bietet sich mit gestaffelten Limits bei 27,50 und 25 Euro ein Neueinstieg an. Stopp jeweils bei 23,50 Euro platzieren.

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