DF Deutsche Forfait
- Markus Horntrich - Chefredakteur

DF Deutsche Forfait: "Da lacht mein Händlerherz"

Die DF Deutsche Forfait AG hat bei der Forfaitierungsmarge mit 2,3 Prozent im ersten Halbjahr einen Rekordwert erreicht. Die Exporteure waren bereit, höhere Provisionen als in 2008 zu bezahlen. Nachdem viele Finanzinstitute schon wieder spürbare Gewinne ausweisen, hat DER AKTIONÄR bei DF-Vorstandschefin Marina Attawar nachgefragt, ob sich ein positiver Trend auch bei Deutsche Forfait bestätigen lässt.

DER AKTIONÄR: Frau Attawar, haben Sie im dritten Quartal die Strategie des "cherry picking" weiter fortgesetzt?

Marina Attawar: Ja wir schauen uns auch weiterhin jede einzelne Forderung ganz genau an und kaufen nur die wirklich attraktiven Geschäfte an. Bei unserer Entscheidung achten wir ganz besonders auf eine gesunde Risikostruktur und die Platzierbarkeit des Geschäftes bei den verschiedenen Investoren.

Konnten Sie die hohe Marge von 2,3 Prozent weiter halten oder eventuell sogar noch steigern?

Wir gehen aktuell nicht von einer nachhaltigen, weiteren Steigerung der Marge aus. Aus meiner Händlersicht jedoch sind die Marktbedingungen in Bezug auf die Marge weiterhin sehr erfreulich.

Aus welchen Teilen der Welt kommt im Moment das größte Angebot zu Forderungsaufkäufen?

Die größte Anzahl von Anfragen nach Forfaitierung kommt im Moment aus Europa insbesondere aus den Ländern Großbritannien, Frankreich und Deutschland, wo die Exporteure zum Teil sehr intensiv nach Finanzierungsalternativen suchen, um ihre Exporte zu finanzieren.

Und wer sind derzeit Ihre Kunden, wohin Sie die Forderungen weiterverkaufen können?

Dies sind vor allem Banken, die ihr Haus nach der Finanzkrise bereits aufgeräumt haben und nun wieder verstärkt nach Geschäfts- und Verdienstmöglichkeiten Ausschau halten. Diese Banken kommen im weitesten Sinne aus Europa.

Was hat sich an dieser Abnehmerstruktur verändert?

Die Struktur der Abnehmer hat sich nicht geändert.  Was sich geändert hat sind jedoch die Namen der Abnehmer mit denen wir zur Zeit hauptsächlich Geschäfte machen - es sind weniger die großen bekannten Adressen, sondern eher solide, unauffällige Finanzhäuser.

Spürt Deutsche Forfait eine Entspannung am Markt oder ist das Klima immer noch so eiskalt wie es im ersten Quartal diesen Jahres war?

Um in Ihrem Bild zu bleiben. Das Klima ist generell auch weiterhin noch kalt, aber im Gegensatz zum Jahresanfang nimmt die Zahl der warmen Zonen spürbar zu.

Dass Sie in Q3 wieder mit schwarzen Zahlen gearbeitet haben, steht doch außer Zweifel - oder?

Hiervon bin ich überzeugt.

Was war das Geschäft, was Ihnen in den letzten vier Monaten am meisten Spaß gemacht hat?

Ich möchte eigentlich kein Einzelnes besonders herausheben. Mich hat besonders gefreut, dass es uns aufgrund unserer weitgespannten Marktbearbeitung gelungen ist, Abnehmer für unsere Geschäfte zu finden, von denen wir dies vorher nicht erwartet haben. Da lacht mein Händlerherz! Oder hätten Sie gedacht, dass eine kleine, asiatische Bank bei uns anruft und ihre überschüssige Liquidität in Höhe von zehn Millionen US-Dollar in unsere Exportforderungen investieren will.

Der Aktienkurs stagniert seit Wochen im Bereich von 5,00 bis 5,30 Euro. Wäre jetzt nicht die Zeit, dass das Management antizyklisch die Positionen aufstockt?

Der Vorstand der DF hält inklusive der Familienangehörigen einen Anteil von 18 Prozent an der Gesellschaft. Weitere elf Prozent werden von Mitgliedern unseres Aufsichtsrates und ihrer Familien gehalten. Ich glaube, dass dies unser Vertrauen in die guten Zukunftsperspektiven der DF sehr deutlich unterstreicht. Ich kann jedoch an dieser Stelle keine Aussage zu den zukünftigen, persönlichen Investitionsentscheidungen meiner Vorstandskollegen und unseres Aufsichtsrates machen.

Frau Attawar, besten Dank für das Gespräch.

Aktie unterbewertet

Die AKTIONÄRS-Einschätzung zur DF Deutsche Forfait AG ist nach wie vor positiv. Mit einem 2009er-KGV von knapp 5 ist der Wert noch immer günstig bewertet. Es ist zudem davon auszugehen, dass für das dritte Quartal gute Zahlen präsentiert werden. Die Aktie ist daher weiterhin ein spekulativer Kauf.

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