Deutz
- Jochen Kauper - Redakteur

Deutz: Übernahmefieber oder Neujahrsente?

Die Deutz-Aktie zählt am Dienstag zu den großen Gewinnern an der Frankfurter Börse. Medienberichten zu Folge ist die chinesische Weichai Group an einer Übernahme des Motorenherstellers interessiert. Was steckt dahinter?

Dass der deutsche Mittelstand einige wahre Unternehmensperlen zu bieten, hat ist nicht unbedingt neu. Auch nicht die Tatsache, dass viele börsennotierte Firmen längst das Interesse ausländischer Investoren geweckt haben. So sicherlich auch der deutsche Motorenbauer Deutz.

Interesse aus dem Reich der Mitte

Wie die Internetseite engine-trade.com zwischen den Jahren berichtete, soll die chinesische Weichai Group an einer Übernahme von Deutz interessiert sein. „Es gibt einen Presseartikel aus einer chinesischen Zeitung, dass Weichai an einer Beteiligung von 20 Prozent an Deutz interessiert sei", so ein Deutz-Sprecher gegenüber der Deutsche-Presse-Agentur dpa. „Dass es ein Übernahmeangebot gibt, kann ich nicht bestätigen", versucht der Sprecher des Motorenbauers die Spekulationen im Keim zu ersticken.

Join-Venture als Vorstufe?!

Deutz unterhält mit Weichai ein Gemeinschaftsunternehmen in China. Allerdings habe dies einen vergleichsweise geringen Umfang. Weiterhin beziehe sich dieses auf Motoren einer älteren Generation, die nicht mehr in Deutschland gefertigt würden, so der Sprecher abschließend.

Stabile Aktionärsstruktur

Mit dem Traktorenhersteller Same hat Deutz einen stabilen und zuverlässigen Ankeraktionär. Same kontrolliert über 25 Prozent der Anteile. „Same fühlt sich mit der Beteiligung wohl", heißt es aus dem Hause Deutz. Auch Analyst Christian Ludwig vom Bankhaus Lampe hält eine Übernahme von Deutz durch die Chinesen für unwahrscheinlich. „Ich halte die Gerüchte über ein Übernahmeinteresse der Weichai Group derzeit noch für sehr spekulativ", so der Experte. Ludwig bewertet die Deutz-Aktie aktuell mit 'Buy'. Sein Kursziel lautet 6,80 Euro.

Interessante Aktie

Auch DER AKTIONÄR schließt sich der Einschätzung von Analyst Christian Ludwig an. Deutz besitzt zwei Ankeraktionäre, mit welchen der Motorenhersteller auch langfristige Lieferverträge unterhält. Die Großkunden dürften nicht daran interessiert sein, dass Deutz in chinesische Hände gerät. Investierte Anleger bleiben an Bord.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema: