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- Florian Söllner - Leitender Redakteur

Deutschlands neue Internet-Rakete – macht dicke Verluste

Es ist ein Balanceakt. Die Internet-Töchter von Rocket Internet müssen massiv wachsen, um an Bedeutung zu gewinnen. Gleichzeitig dürfen die Verluste nicht überhand nehmen, um das ganze Konstrukt nicht zu gefährden. Mehr Stabilität erhält die Gruppe nun durch den Einstieg des philippinischen Telekomkonzerns PLDT. Der neue Investor bezahlt für einen 10-Prozent-Anteil an Rocket 333 Millionen Euro und versteht sich dabei als strategischer Partner.

Teuer erkauftes Wachstum

Ist die gesamte Rocket Internet wirklich über drei Milliarden Euro wert? Die Meinungen darüber gehen weit auseinander. Denn noch verdienen die Internet-Investments der Berliner kein Geld. Im Gegenteil: Der Cash-Verbrauch ist enorm. Wichtige Online-Portale wie Lamoda und Dafiti stecken enorme Summen ins Marketing. So hat neuen Zahlen des Rocket-Aktionärs Kinnevik zufolge etwa der russische Online-Shop Lamoda den Umsatz 2013 zwar locker auf 122 Millionen Euro verdreifacht, dabei jedoch einen operativen Verlust von 47 Millionen Euro eingefahren. Auch die brasilianische Zalando-Variante Dafiti hat seine knappe Umsatzverdopplung auf 147 Millionen mit einem Verlust in Höhe der Hälfte des Umsatzes sehr teuer erkauft.

IPO noch 2014?

Dass Rocket Internet offenbar noch 2014 an die Börse will, war bereits durchgesickert. Neuen Spekulationen zufolge ist das Listing statt wie bisher gedacht in Hongkong direkt in Frankfurt geplant. Und es wird konkret: Europas größter Internet-Start-up-Inkubator hatte bereits zu einer Investoren-Präsentation eingeladen. Demnach peilt man einen Emissionserlös zwischen 3,0 und 3,5 Milliarden Euro an. Auch die Deutsche Bank war in Berlin – ob als möglicher Investor oder Konsortialpartner, ist noch offen. Ein solches IPO wäre für Banken ein lohnendes Geschäft. Twitter etwa hat rund drei Prozent des Emissionsvolumens an Provisionen abgegeben.

Meisterstück Alando

Die Brüder Oliver, Marc und Alexander Samwer sind die Rockstars unter den Start-up-Gründern. Die Initialzündung war die Gründung des deutschen Ebay-Klons Alando. Nur 100 Tage später gelang 1999 der Verkauf an Ebay für 40 Millionen Euro. Es folgten der Klingeltonanbieter Jamba (späterer Verkauf an Verisign), StudiVZ (an Holtzbrinck) oder Citydeal (an Groupon). Auch Zalando geht auf die Initiative der Samwer-Brüder zurück. Das Investmentvehikel Rocket Internet hat auch beim Online-Schuheverkäufer mittlerweile Kasse gemacht. In einem Interview von 2011 verriet Oliver Samwer sein „Rezept“ für den schnellen Internet-Erfolg:

Commerzbank-Konkurrent Lendico

Neue Internet-Start-ups sind mittlerweile einige gegründet. Darunter die Crowdlending-Plattform Lendico. (siehe auch: „Gefahr für Commerzbank und Co“). Noch steht der große Durchbruch des Lendico-Konzeptes jedoch aus.

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| Benedikt Kaufmann | 0 Kommentare

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