- Martin Weiß - stellv. Chefredakteur

Deutsche Telekom: Wachstum ab 2014

Der Bonner Telekomriese plant weitere Kostensenkungen und den Abbau von Stellen im Europageschäft.

Die Deutsche Telekom rechnet bei ihren europäischen Töchtern und Beteiligungen erst ab 2014 mit einer leichten Verbesserung der Geschäftssituation. Schuld sei das schwierige gesamtwirtschaftliche Umfeld in vielen Ländern, sagte die Europachefin des Bonner Konzerns, Claudia Nemat, dem "Handelsblatt" (Dienstagausgabe). Derzeit gehe es darum, die Umsatzrückgänge zu verlangsamen. "Das ist uns im ersten Halbjahr auch gelungen, wir haben ihn halbiert. Diesen Kurs wollen wir fortsetzen und 2014 in ganz moderates Wachstum übergehen."

Stark in Osteuropa

Um dieses Ziel zu erreichen und Kosten einzusparen, werde es auch einen weiteren Personalabbau geben, kündigte die Telekom-Europachefin an. So habe der Konzern gerade erst in Ungarn mit den Gewerkschaften ein Abkommen über 500 Stellen vereinbart, "in Griechenland laufen ebenfalls Gespräche." Ein Ausstieg bei der griechischen Tochter OTE, an der die Telekom mit 40 Prozent beteiligt ist, stehe aber nicht zur Debatte, sagte Nemat: "Diese Überlegung stellt sich derzeit nicht. OTE ist profitabel und gewinnt im Mobilfunk Kunden dazu."

Die Bonner sind vor allem stark in Osteuropa vertreten. In Ländern wie Ungarn, Kroatien, Mazedonien und Griechenland ist der Konzern die Nummer 1 im Festnetz und im Mobilfunk.

Im US-Geschäft kämpft die Telekom hingegen seit langem mit Problemen. T-Mobile USA ist mit 33 Millionen Kunden der viertgrößte Anbieter, bekommt gegen die starke Konkurrenz (AT&T und Verizon Wireless) aber kein Bein auf den Boden. Der Versuch, T-Mobile USA zu verkaufen ist gescheitert, deshalb plant der DAX-Konzern nun die Fusion mit dem kleineren Mobilfunker MetroPCS.

Aktie bleibt attraktiv

Sollte der Deal mit MetroPCS wie geplant über die Bühne gehen, drohen der Telekom massive Wertberichtigungen. Wie Finanzvorstand Timotheus Höttges in einem Interview sagte, sehe er die Ausschüttung einer Dividende hierdurch aber nicht gefährdet.

DER AKTIONÄR stuft die Aktie der Telekom (aktuell plus 0,6 Prozent bei 9,09 Euro) weiter als attraktiv ein.

(Mit Material von dpa-AFX)

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