Deutsche Telekom
- Thomas Bergmann - Redakteur

Deutsche Telekom: Milliardenabschreibungen vermiesen Ergebnis

Abschreibungen auf T-Mobile USA haben der Deutschen Telekom den ersten Verlust seit zehn Jahren eingebrockt. Der Umsatz ist leicht besser als erwartet ausgefallen. Freudensprünge der Aktionäre dürften ausbleiben.

Für das abgelaufene Geschäftsjahr hat der ehemalige Staatskonzern einen Fehlbetrag von 5,3 Milliarden Euro ausweisen müssen. Vor einem Jahr verdiente die Telekom unter dem Strich noch 557 Millionen Euro. Der Fehlbetrag ist das Ergebnis einer Abschreibung auf die Tochter T-Mobile USA, die mit dem Rivalen MetroPCS fusionieren wird.

Tochter zu hoch bewertet

In der Transaktion wird T-Mobile USA deutlich niedriger bewertet wie beim Einstieg der Telekom. Entsprechend wird auf die Tochter eine Abschreibung von 7,4 Milliarden Euro auf vorgenommen. Konzernchef Rene Obermann dazu: "Der Milliarden-Fehlbetrag ist nicht das, was er im Namen trägt: Uns fehlen keine Mittel, um die Entwicklung des Konzerns voranzutreiben." Man werde deshalb weiter investieren.

Dividende von 70 Cent pro Aktie

Trotz des Milliardenverlusts will das Management für 2012 wie geplant eine Dividende von 70 Cent pro Aktie ausschütten. Für das laufende Geschäftsjahr soll die Ausschüttung wie bekannt auf 50 Cent je Anteil reduziert werden. An dem im Dezember gegebenen Ausblick will Obermann festhalten: Bei einem freien Cashflow von fünf Milliarden Euro soll das bereinigte Betriebsergebnis (EBITDA) 17,4 Milliarden Euro erreichen.

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Vorsicht!

Die Zahlen der Telekom dürften nicht für Feierlaune sorgen. Sie bergen wenig Kursfantasie. Auch dass die Dividende gekürzt werden soll, wird viele Aktionäre zum Umdenken zwingen. Der Chart mahnt ebenfalls zur Vorsicht. Sollte die Marke von 8,00 Euro unterschritten werden, steht die Aktie sehr schnell bei den Tiefs von 2012.

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| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

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