Deutsche Telekom
- Martin Weiß - stellv. Chefredakteur

Deutsche Telekom: MetroPCS-Fusion doch ein Megadeal?

Die geplante Fusion zwischen T-Mobile USA und MetroPCS galt unter Kritikern bislang als Akt der Verzweiflung. Ein Interview weckt nun jedoch die Hoffnug, dass sich der Deal für die Deutschen als goldrichtig erweisen könnte.

T-Mobile USA und MetroPCS - kann das gutgehen? An der Börse ist die Meinung zu diesem Thema eindeutig: nein, kann es nicht. Seitdem die Deutsche Telekom den Zusammenschluss ihrer schlingernden Tochter T-Mobile USA mit dem deutlich kleineren Konkurrenten angekündigt hat, verlor die T-Aktie rund 16 Prozent Wert - eine schallende Ohrfeige für Telekom-Chef René Obermann.

Ende gut, alles gut?

Die Sorgen der Aktionäre sind begründet. MetroPCS ist mit kaum mehr als neun Millionen Kunden ein kleines Licht im amerikanischen Mobilfunkmarkt. Hinzu kommt, dass der Konzern - ebenso wie T-Mobile USA - Apples Verkaufsschlager nicht im Sortiment führt. Die beiden Marktführer AT&T und Verizon Wireless (zusammen mehr als 200 Millionen Verträge) profitieren trotz hoher Kosten für Subventionen seit Jahren vom iPhone-Boom.

Gescheiterter Milliardendeal

Dass die Aussicht auf einen Deal mit MetroPCS keine Jubelstürme bei den Anlegern auslöst, hat noch einen weiteren Grund. Ursprünglich wollten die Deutschen ihre Tochter für 39 Milliarden Dollar an AT&T verkaufen - ein aus Sicht vieler Aktionäre exzellentes Geschäft und die Möglichkeit, endlich einen Schlussstrich unter das unsägliche US-Abenteuer zu ziehen. Die Pläne scheiterten letztlich an den amerikanischen Wettbewerbshütern.

In der Bonner Zentrale der Deutschen Telekom versucht man den Investoren seit Wochen einen neuen Deal schmackhaft zu machen - bislang eher mit überschaubarem Erfolg. Ein Interview könnte nun aber für einen Stimmungsumschwung sorgen.

Wie Ulrich Lehner der Wirtschaftswoche sagte, geht er fest davon aus, dass sich die Fusion mit MetroPCS für T-Mobile USA letztlich auszahlt. Synergieeffekte würden den Unternehmen in den kommenden Jahren etliche Milliarden Euro an Kosten einsparen, sagte der Aufsichtsratschef der Telekom dem Magazin. In der Folge würde sich die Marktposition der Deutschen im US-Geschäft "deutlich verbessern". 

Abwärtstrend vor dem Ende?

Sofern die Analysten der Argumentation von Lehner folgen, dürfte sich der  Newsflow für die T-Aktie ebenfalls aufhellen. In diesem Fall sollte der scharfe Abwärtstrend des DAX-Titels noch in diesem Jahr durchbrochen werden.

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| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

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