Deutsche Telekom
- Werner Sperber - Redakteur

Deutsche Telekom: Die 40-Prozent-Chance

Die Aktie der Deutschen Telekom ist am Freitag eine der schwächsten im DAX gewesen. Doch das relativiert sich, wenn man auf die Wochenbilanz sieht: Die Aktie gab 3 Prozent ab, während der von der Abwertung des Chinesischen Yuan belastete DAX 5 Prozent verlor. Zudem verarbeitet die Telekom noch den steilen Anstieg seit Anfang Juli 2015 um 17 Prozent und den seit Oktober 2014 um zwischenzeitlich enorme 70 Prozent. Diese Gewinne zeigen: Grundsätzlich läuft also mittlerweile vieles besser bei dem Konzern.

Dafür sind auch die Zahlen für das zweite Quartal des laufenden Jahres ein Beleg. Die sind überraschend gut gewesen und dafür gibt es zwei Gründe: den schwachen Euro und die starke T-Mobile US. Die Stärke der US-Firma, an der die Telekom 67,5 Prozent hält, hat auch einen Grund: John Legere. Eigenwillig und rau hat der T-Mobile-US-Vorstandsvorsitzende eben dafür gesorgt, dass mögliche Kunden wieder ein gutes Mobilfunknetz bekommen und deswegen hat T-Mobile US 2,1 Millionen neue Kunden bekommen. Mit 58,9 Millionen Verträgen ist der Konzern nun die Nummer 3 auf dem US-Markt.

Schuldenabbau und Konzentration
Die Netto-Schuldenlast der Telekom stieg zum 30. Juni binnen Jahresfrist um 18 Prozent auf 48,8 Milliarden Dollar und die Eigenkapitalquote sank von 27,5 auf 26,6 Prozent. Zwar ist dafür auch der schwache Euro beziehungsweise der starke Schulden-Dollar von T-Mobile US verantwortlich, dennoch erhöhte sich alleine die Zinslast im zweiten Quartal 2015 um 3,1 Prozent auf 633 Millionen Euro. Zudem nahm der Anteil der kurzfristigen Schulden an der Gesamtsumme von 12,6 auf 15,3 Prozent zu. Doch er Vorstand dreht nun wohl an den richtigen Stellschrauben.

Um die Schulden abzubauen und sich auf das Kerngeschäft zu konzentrieren entledigt sich der Vorstand von Konzernteilen und trennt sich von Mitarbeitern. Die Ströer Media AG erwarb das Internet-Portal T-Online, allerdings brachte das der Telekom nur 300 Millionen Euro – und die auch nicht in bar, sondern als Aktien von Ströer. Aber immerhin. Zudem kann sich auch das als langfristig lohnendes Geschäft herausstellen. Bei der Tochterfirma T-Systems hakt es derzeit beim geplanten Abbau von 4.900 Stellen bis Mitte 2017. Vielleicht sind auch die Tage von T-Systems unter dem Dach der Telekom gezählt – Verkaufsgerüchte gab und gibt es immer wieder.

Jetzt wird angepackt
Es gibt viel zu tun und anscheinend hat das der Vorstand der Telekom verstanden. Dadurch ergeben sich erhebliche Chancen für die Anleger. Das Kursziel beträgt 23 Euro und der Stop-Loss sollte bei 13 Euro gesetzt werden.

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