Deutsche Telekom
- Martin Weiß - stellv. Chefredakteur

Deutsche Telekom: Aus der Traum?

Gerüchte über einen möglichen Kaufinteressenten für T-Mobile US haben den Aktienkurs der Deutschen Telekom in den vergangenen Tagen kräftig angekurbelt. Doch nun scheint ein Deal in weite Ferne zu rücken - der DAX-Titel gibt nach.

Der japanische Mobilfunkanbieter Softbank hat am Montag sein Übernahmeangebot für Sprint Nextel um 1,5 auf 21,6 Milliarden Dollar (16,2 Mrd. Euro) erhöht und damit Spekulationen um einen Kauf der Deutschen-Telekom-Tochter T-Mobile US einen Dämpfer verpasst. Die Aktie des DAX-Konzerns rutscht im frühen Handel am Dienstag prompt um 1,1 Prozent auf 8,92 Euro ab.

Kampf geht in die nächste Runde

Softbank-Chef Masayoshi Son plant seit Längerem den Einstieg in den amerikanischen Mobilfunkmarkt - vorzugsweise via Sprint Nextel als Sprungbrett. Sprint ist der drittgrößte Mobilfunker nach Verizon und AT&T. Sons erstes Kaufangebot über 20 Milliarden Dollar für 70 Prozent der Anteile wurde vom US-Satelliten-TV-Anbieter Dish Networks jedoch überboten. Seither versuchen beide Seiten die Großaktionäre von Sprint auf ihre Seite zu ziehen.

Softbank mit Plan B

US-Medien hatten zuletzt berichtet, dass Son für den Fall eines Scheiterns der Übernahme die Deutsche Telekom aus T-Mobile US herauskaufen wolle, als Plan B sozusagen. In den Ohren vieler Telekom-Aktionäre muss das wie Musik geklungen haben, die Telekom-Aktie kletterte kräftig.

Die Fusion zwischen der Problemtochter T-Mobile USA mit MetroPCS galt nach dem geplatzten Deal mit AT&T im Jahr 2011 vielen als Notlösung. Mit dem Verkauf der Anteile könnten die Bonner endgültig einen Schlussstrich unter ihr verlustreiches US-Abenteuer ziehen und sich stärker auf Wachstumsmärkte konzentrieren können.

Aus der Traum?

Ein solcher Deal ist aber noch nicht ganz vom Tisch – Dish könnte seine Offerte von 25,5 Milliarden Dollar schließlich nachbessern, um jene Großaktionäre bei Sprint  umzustimmen, die nun die Softbank als Käufer favorisieren.

Den deutschen Anlegern bleibt nichts anderes übrig, als abzuwarten, wie sich die Übernahmenschlacht um Sprint weiter entwickelt. Die Telekom-Aktie tendiert aktuell zwar schwächer, hat zuletzt aber ihren kurzfristigen Aufwärtstrend bestätigt. Deshalb gilt: dabeibleiben!

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