Deutsche Post
- Werner Sperber - Redakteur

Deutsche Post: Wieder auf Wachstumskurs

Die Fachleute von Euro am Sonntag erinnern an das Debakel der Abteilung Informationstechnologie der Deutschen Post. Die ist im vergangenen Jahr daran gescheitert, eine neue Software für die Sparte Fracht zu installieren. Schätzungen zufolge belasteten die Kosten dafür das Betriebsergebnis um gut ein Fünftel. Bilanziell ist dieses Thema allerdings beendet. In diesem Jahr soll das Betriebsergebnis um 40 bis 55 Prozent auf 3,4 bis 3,7 Milliarden Euro steigen. Im Jahr 2020 sollen es mehr als fünf Milliarden Euro sein. Das Geschäft mit Briefen und Paketen steuert 90 Prozent des Gewinns bei. In Deutschland ist das Briefporto zu Jahresbeginn um 7,5 Prozent erhöht worden. Da der Internethandel weltweit weiter stark zulegt und entsprechend mehr Pakete versendet werden, macht auch die Tochterfirma DHL gute Geschäfte. Da stört es wenig, wenn das Internet-Handelsunternehmen Amazon angekündigt hat, in Deutschland selber ausliefern zu wollen. Schätzungen zufolge liefert Amazon DHL 500 bis 700 Millionen Euro Umsatz und einen Gewinnbeitrag von 50 Millionen Euro. Eine Belastung wäre nur, wenn sich die Wirtschaft in Deutschland deutlich schwächer entwickeln würde, denn der Heimatmarkt steuert 30 Prozent zum Umsatz und noch mehr zum Gewinn bei. Die Zahlen für das erste Quartal 2016 sollen am Mittwoch, 11. Mai, vorgelegt werden. Analysten schätzen, der Gewinn je Aktie werde im Gesamtjahr 2016 um ein Fünftel steigen. Anleger sollten deshalb die mit einem KGV von 13 für dieses Jahr und einem KBV von 2,8 bewertete Aktie kaufen. Dafür spricht auch die Dividendenrendite von 3,4 Prozent. Das Kursziel beträgt 32 Euro und der Stop-Loss sollte bei 21,50 Euro gesetzt werden.

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