Lufthansa
- Nikolas Kessler - Volontär

Deutsche Lufthansa: Schlichtung gescheitert – bleiben die Passagiere am Boden?

Im Tarifstreit zwischen der Deutschen Lufthansa und den Piloten hat die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit den Schlichtungsversuch für gescheitert erklärt. Pünktlich zur Sommerferien-Saison drohen der Kranich-Airline und ihren Töchtern nun neue Pilotenstreiks.

Die Gewerkschaft wirft der Lufthansa vor, die Arbeitsplatzthemen bei den Vorgesprächen für eine Gesamtschlichtung vollkommen außen vor gelassen zu haben. Damit verkenne sie die elementaren Interessen des Cockpit-Personals. Das Angebot einer Gesamtschlichtung habe sich als "kurzfristiges taktisches Manöver" entpuppt, mit dem die Piloten, aber auch Kunden und Aktionäre getäuscht worden seien.

Mit dem Abbruch der Sondierungsgespräche sei auch die Aussetzung der Streiks bis Ende Juli hinfällig geworden, sagte Markus Wahl, Sprecher der Vereinigung Cockpit. In den Gremien der Gewerkschaft werde nun über einen Termin für erneute Arbeitskämpfe beraten. Ausgerechnet zum Start der Sommerferien in vielen deutschen Bundesländern drohen der größten deutschen Airline damit neue Streiks.

In dem seit April 2014 schwelenden Konflikt haben die Piloten bereits zwölf Mal die Arbeit niedergelegt und dadurch nach Konzernangaben einen Schaden von mehr als 300 Millionen Euro verursacht.

Diverse Baustellen

Der Streit mit den Piloten ist nur eine der Tarifbaustellen bei der Lufthansa. Einen Streik der Flugbegleiter konnte das Unternehmen in der abgelaufenen Handelswoche abwenden – in letzter Minute hatte die Lufthansa ein neues Angebot vorgelegt und so neue Sondierungsgespräche mit der Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo aufgenommen. Auch im Tarifkonflikt mit den rund 33.000 Bodenbeschäftigten ist nach vier Verhandlungsrunden keine Lösung in Sicht.

 

Stoppkurs beachten

Aus technischer Sicht ist die Lufthansa-Aktie stark angeschlagen, die allgegenwärtigen Streikdrohungen drücken zusätzlich auf die Stimmung. Fällt die Unterstützung im Bereich von 11,40 Euro, droht der Absturz auf das Mehrjahrestief bei 10,69 Euro. Investierte Anleger beachten den Stoppkurs bei 10,40 Euro.

(Mit Material von dpa-AFX)

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