Deutsche Börse
- Andreas Deutsch - Redakteur

Deutsche Börse: Ist das der Startschuss für die große Aufholjagd?

Der US-Börsenbetreiber Bats peilt bei seinem zweiten Anlauf für einen Börsengang einen Erlös von mindestens 17 US-Dollar je Aktie an. Warum ist das wichtig für die Aktionäre der Deutschen Börse?


Der Preis für Bats-Aktien werde voraussichtlich zwischen 17 und 19 Dollar liegen, teilte das Unternehmen Bats Global Markets am Montag mit. Das Unternehmen wird 11,2 Millionen Anteilsscheine veräußern. Mitte Dezember hatte das Unternehmen mitgeteilt, einen zweiten Versuch eines Börsengangs bei der eigenen Handelsplattform starten zu wollen.

Bats betreibt Handelsplätze in den USA und Europa. Im März 2012 hatte das Unternehmen einen Albtraum-Börsengang hingelegt. Ausgerechnet an ihrem ersten Handelstag verursachten technische Probleme bei der alternativen Handelsplattform unter anderem Probleme bei der Apple-Aktie - was schließlich zum Ende der eigenen Börsenpläne führte. Nach Pleiten, Pech und Pannen zog die Unternehmensleitung die Notbremse und gab den Rückzug bekannt.

"Kursverdopplung locker möglich"

Durch den Börsengang von Bats rückt auch die Deutsche Börse wieder in den Fokus der Anleger. Das Unternehmen würde gerne mit der LSE fusionieren, allerdings könnte der Plan am Ende noch scheitern. Denn klar ist: Die Deutsche Börse ist mehr wert, als es die derzeitige Marktkapitalisierung wiedergibt. Börsenlegende Hans A. Bernecker legt sich fest: „Der wahre Wert der Deutschen Börse würde nur dann zutage kommen, wenn man die Gesellschaft aufteilen würde: in zwei oder drei Bereiche. In diesem Fall käme man locker auf eine Verdopplung des Aktienkurses. Also würden wir dann von Kursen um die 150 Euro sprechen.“

Laut Berechnungen der Wirtschaftswoche ist allein die Deutsche-Börse-Tochter Eurex zehn Milliarden Euro wert. Das entspricht zwei Drittel der aktuellen Marktkapitalisierung der Deutschen Börse.

Vieles ist denkbar

Es kann also munter spekuliert werden bei der Deutschen Börse. Möglicherweise machen, wie es sich Bernecker gut vorstellen, aktive Investoren Druck auf den Vorstand, um die Fusion zu verhindern und Werte zu heben. So war es jedenfalls 2005. Außerdem kann sich noch einiges ändern, wenn die Kartellämter die Fusion nur mit Auflagen – etwa mit dem Verkauf von Konzernteilen - erlaubt.

Fazit: Top-Tipp für Konservative

Die Aktie der Deutschen Börse ist im Peer-group-Vergleich deutlich unterbewertet. Sollte der Konzern aber wirklich Druck von Hedgefonds bekommen, sind Kurse um die 100 Euro absolut realistisch. Die Aktie eignet sich gut für ein konservatives Portfolio.

(Mit Material von dpa-AFX)

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| Fabian Strebin | 0 Kommentare

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