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Deutsche Börse - Achtung Heuschreckenalarm!

Vor kurzem noch hat die Deutsche Börse AG ihre Fühler nach potenten Übernahmekandidaten ausgestreckt. Jetzt könnte sie selbst geschluckt werden - mit freundlicher Unterstützung eines Hedgefonds.

Vor kurzem noch hat die Deutsche Börse AG ihre Fühler nach potenten Übernahmekandidaten ausgestreckt. Jetzt könnte sie selbst geschluckt werden - mit freundlicher Unterstützung eines Hedgefonds.

Von Steffen Eidam

Der Deutschen Börse AG weht weiterhin ein heftiger Wind um die Nase. Kaum scheinen die internen Querelen mit dem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Werner Seifert ein Ende zu finden, droht ein Angriff von außen. Wie das Wall Street Journal Europe (WSJE) berichtet, steht die Gesellschaft ganz oben auf dem Speiseplan der Euronext NV. Die Vierländerbörse sieht sich dem zunehmenden Druck eines ihrer Großaktionäre ausgesetzt, der wiederum eine Verschmelzung mit dem deutschen Wettbewerber anstrebt.

Lieber Deutschland als England

Über die Einflussnahme von Hedge Fonds ist zuletzt heftig diskutiert worden. Womöglich liefert der Fonds Harris Associates LP ein Paradebeispiel in Sachen Machtdemonstration. David Herro, der Chief Investment Officer International bei Harris, habe bei einem Treffen mit Euronext-Chef Jean-Francois Theodore klar gestellt, dass eine Transaktion mit der Deutschen Börse "sehr viel sinnvoller" sei als mit der London Stock Exchange (LSE). Dabei war ein Übernahmeangebot für die LSE vorbehaltlich der Zustimmung durch die britischen Behörden praktisch ausgemachte Sache.

Der Druck auf Euronext - die ähnlich wie die Deutsche Börse keine Aussagen zu dem Vorgang machen wollen - wächst. Immerhin zählen die US-Amerikaner mit einem Anteil von knapp zehn Prozent zu den größten Anteilseignern. Insider berichten, dass Theodore eine Fusion mit der Deutschen Börse - allerdings zu einem späteren Zeitpunkt - nicht ausschließt. Pikant: Die Deutschen sind ihrerseits schon zweimal mit ihren Übernahmeattacken auf die LSE gescheitert. Im Falle eines Zusammengehens von Euronext und Deutscher Börse entstünde der nach der New York Stock Exchange (NYSE) zweitgrößte Marktbetreiber der Welt. Die im DAX gelisteten Titel verlieren bis zum Mittag 1,15 Prozent auf 75,48 Euro.

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