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- Andreas Deutsch - Redakteur

Deutsche Bank: Wirbel um CoCo-Bonds - Fluch oder Segen?

Die Deutsche Bank hat ihre Kapitalpuffer weiter gestärkt und mit sogenannten CoCo-Bonds 1,2 Milliarden Euro eingenommen. Nun melden sich zwei Wissenschaftler zu Wort. CoCo-Bonds könnten schlimme Folgen haben.

„Gerät eine Bank in Schwierigkeiten, hat sie einen Beweggrund, ihre Lage selbst weiter zuzuspitzen – nämlich bis die Umwandlung der CoCo-Bonds ausgelöst“, schreiben Professor Tobias Berg von der Universität Bonn und Professor Christoph Kaserner von der TU München in einer Studie. Im Fall der Umwandlung würde die Bank nämlich einen Teil ihrer Schulden los. „Damit könnte die Existenz von CoCo-Bonds krisenverschärfend wirken, weil die Eigentümer davon profitieren, wenn es der Bank vorübergehend noch schlechter geht.“

Die Emission von CoCo-Bonds ist bei den Banken sehr beliebt, weil es ihnen in der Regel leichter fällt, Anleihen an den Markt zu bringen als Aktien. „Verschiedene europäische Staaten und die Europäische Zentralbank haben CoCo-Bonds deshalb als Eigenmittel der Banken anerkannt“, so Berg und Kaserner.

Deutsche Bank sammelt Milliarden ein

Erst am Dienstag hatte die Deutsche Bank CoCo-Bonds emittiert. Sie funktionieren so: Fällt die Eigenkapitalquote der Bank unter 5,125 Prozent, werden die Papiere abgeschrieben und die Investoren so an Verlusten beteiligt. Damit sind sie für Anleger riskanter als normale Anleihen, dafür gibt es höhere Zinsen. Kündigen kann die Bank die Wertpapiere, die bis dahin mit jährlich 7,5 Prozent verzinst werden, erstmals zum 30. April 2025.

Bereits im Mai hatte die Deutsche Bank mit solchen neuartigen eigenkapitalähnlichen Anleihen rund 3,5 Milliarden Euro bei Profiinvestoren eingesammelt. Damit war Deutschlands größtes Geldhaus Vorreiter in Deutschland. Die Bank hatte das Ziel ausgegeben, bis Ende 2015 ihre Kapitaldecke über diesen Weg um rund fünf Milliarden Euro zu stärken. Kernkapital gilt als Puffer für Krisenzeiten und wird von staatlichen Regulierern weltweit zunehmend von den Banken gefordert.

Nur für Geduldige

 

Die Aktie der Deutschen Bank fällt am Donnerstagnachmittag 2,1 Prozent auf 23,93 Euro. Das liegt allerdings nicht an den CoCo-Bonds, sondern an schwachen Wirtschaftsdaten. Laut dem Forschungsinstitut Markit ist die Stimmung in den Unternehmen der Eurozone im November überraschend auf den tiefsten Stand seit über einem Jahr gefallen. Vor allem in der größten Euro-Volkswirtschaft Deutschland trübten sich die Aussichten spürbar ein. Hier fiel der Indikator überraschend auf die Expansionsschwelle von 50 Punkten zurück.

Erst wenn der Aktienmarkt nachhaltig zulegt, wird die Deutsche Bank den Schalter umlegen. Dafür müsste aber auf der einen Seite der Euro noch schwächer werden, auf der anderen Seite müsste sich die Ukrainekrise merklich zurückbilden. Ergo: Geduld ist gefragt. Wer sie hat, bleibt dabei und setzt den Stopp bei 21,50 Euro.

 

(Mit Material von dpa-AFX)

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