Deutsche Bank
- Andreas Deutsch - Redakteur

Deutsche Bank und Commerzbank: Gute Nachrichten aus Frankreich

Im Streit über mögliche Verstöße gegen US-Sanktionen stehen die amerikanischen Behörden offenbar vor einer Einigung mit der französischen Großbank BNP Paribas. Die positive Meldung kümmert die Anleger am Montag wenig. Die Commerzbank-Aktie lässt merklich Federn.

BNP Paribas hat sich im Streit um Milliarden-Strafen wegen Geschäften mit Staaten wie Iran und Sudan nach Informationen aus Verhandlungskreisen grundsätzlich mit der US-Justiz verständigt. Anfang Juli könnte die offizielle Einigung verkündet werden, sagte eine mit den Gesprächen vertraute Person am Montag der Nachrichtenagentur Bloomberg, die damit einen entsprechenden Bericht des Wall Street Journal bestätigte. So sei eine Rekordzahlung zwischen acht und neun Milliarden Dollar vereinbart. Zudem werde sich die Bank offiziell für schuldig erklären. US-Justiz und Bank wollten die Berichte nicht kommentieren.

Klage möglich

Die Details der Einigung seien noch offen. Ein Scheitern der Vergleichsverhandlungen sei nun zwar unwahrscheinlicher geworden, aber weiter möglich, hieß es. Sollten sich beide Seiten nicht einigen, könnte die US-Justiz die Bank offiziell anklagen. Die USA werfen den Franzosen vor, bei Geschäften mit sogenannten Schurkenstaaten über Jahre gegen US-Handelssanktionen verstoßen zu haben.

Die US-Justiz hatte die Bank mit immer höheren Strafandrohungen in die Ecke getrieben. Zuletzt lag die Forderung bei über zehn Milliarden Dollar. Bei der Vorlage des jüngsten Quartalsberichts hatte die BNP darauf hingewiesen, die Bußgelder könnten die bisherigen Rückstellungen von 1,1 Milliarden Dollar "weit" überschreiten.

Mit der nun im Raum stehenden Einigung könnte BNP zwar das Schlimmste verhindern und die Banklizenz in den USA behalten. Dennoch trifft sie die drohende Zahlung hart. Ihre bislang komfortablen Kapitalpuffer dürften deutlich kleiner werden. Im vergangenen Jahr hatte die Bank insgesamt 4,8 Milliarden Euro verdient.

Deutsche bald ein Kauf?

Die Meldung sollte sich eigentlich positiv auf das Sentiment in der Finanzbranche auswirken, tut sie aber nicht. Sowohl Commerzbank als auch Deutsche zählen am Montag zu den Verlierern. Die Deutsche-Bank-Aktie nähert sich langsam, aber stetig dem Kauflimit des AKTIONÄR bei 26 Euro. Die Aktie der Commerzbank fiel am Montag unter den Stoppkurs des AKTIONÄR. Für einen Neueinstieg ist es noch zu früh.

(Mit Material von dpa-AFX)

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