Deutsche Bank
- Andreas Deutsch - Redakteur

Deutsche Bank und Commerzbank: Anleger flüchten aus den Aktien

Vor der Sitzung der US-Notenbank (20 Uhr MEZ) geht es am Aktienmarkt wieder hoch her. Wieder mal stehen Aktien der großen deutschen Banken unter Druck. Die Situation in Russland macht Anlegern und Experten Sorge.

Die Aktie der Commerzbank verliert am Mittwoch 2,9 Prozent auf 10,77 Euro. „Die Commerzbank hat durch die Verschärfung der Russland-Krise ein wirkliches Problem in den Büchern“, sagt Andreas Lipkow vom Vermögensverwalter Kliegel & Hafner. Gerade die Finanzierung der Rohstoff- und Energiewirtschaft in Russland könnte zur Belastungsprobe werden. Hierbei spiele der Wertverfall des Rubels aber eher eine zweitrangige Rolle; vielmehr sei der stark gesunkene Rohölpreis problematisch.

Finanzvorstand Stephan Engels hatte allerdings Anfang August von begrenzten Risiken für das Russland-Engagement der Bank gesprochen. Insgesamt machten die Erträge aus dem Russland-Geschäft zuletzt weniger als zwei Prozent der gesamten Erträge der Commerzbank aus.

Kursziel: 28 Euro

Auch die Aktie der Deutschen Bank kommt am Mittwoch unter die Räder, verliert am Nachmittag 1,9 Prozent auf 24 Euro. Nachrichten zum Unternehmen gibt es keine, außer einem Analystenkommentar. Die britische Investmentbank Barclays hat die Aktie des deutschen Marktführers mit „Equal Weight“ mit Kursziel 28 Euro belassen. Sollte die US-Notenbank Fed ihre Anforderungen an das harte Kernkapital der Banken in Europa erhöhen, wären die französischen Institute Société Générale und BNP Paribas und die Deutsche Bank am meisten hiervon betroffen, schrieb Analyst Jeremy Sigee in einer Studie vom Mittwoch. Die Kapitalanforderungen an diese Banken stiegen damit um 15 bis 20 Prozent.

Nur für Mutige

Die Charts von Commerzbank und Deutscher Bank sind angeschlagen. Kurzfristig drohen weitere Abschläge. Allerdings wird irgendwann wieder Mario Draghi seine Rolle als Held der Börse übernehmen und QE starten. Dann sollten Bank-Aktien nachhaltig steigen. DER AKTIONÄR sieht den fairen Wert der Deutschen-Bank-Aktie bei 33 Euro und der Commerzbank bei 14 Euro. Allerdings sollten nur mutige Anleger einsteigen. Als Stopps bieten sich 21,50 Euro beziehungsweise 9,80 Euro an.

(Mit Material von dpa-AFX)

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