Commerzbank
- Andreas Deutsch - Redakteur

Deutsche Bank und Commerzbank: Aktien fahren Achterbahn - wann kehrt endlich Ruhe ein?

Die Lage der italienischen Banken ist ernst. 360 Milliarden Euro an faulen Krediten schlummern in den Bilanzen. Das Vertrauen der Anleger hat stark gelitten. Die ganze Branche steht unter Feuer.

Italiens Premier Matteo Renzi hat ein Problem: Die Banken in seinem Land sind schwer angeschlagen, aber er hat bislang noch keine Idee, wie er sie retten kann. Die Banken bräuchten dringend frisches Kapital, aber die Investoren geben nichts. Renzi will am liebsten die EU-Regeln brechen und die Banken mit Steuermilliarden unterstützen. Damit würde sich Renzi den Zorn der Europäischen Union auf sich ziehen.

Aber etwas muss passieren, denn die Lage ist ernst. Das Vertrauen der Anleger sinkt immer weiter. Die Investoren befürchten eine neue Finanzkrise – und vielleicht sogar das Ende des Euro.

So weit kann es nämlich kommen, wenn Renzi in der Bankenkrise scheitert. Einflussreiche, konservative Kreise in Italien sähen das Land so schnell wie möglich als Ex-Euroland. Dann würde folgendes passieren: Die italienische Notenbank würde den Banken die faulen Kredite abnehmen und mit einer gefühlt endlosen Laufzeit versehen. Die Gläubiger wären die Dummen. Zudem würde die neue italienische Währung stark abwerten, wovon der Export stark profitierte und Italiens Wirtschaft endlich in die Gänge käme.

Es gibt zwei Möglichkeiten

Einen Austritt Italiens aus der Eurozone ist freilich das Letzte, das Angela Merkel, Mario Draghi & Co wollen. Und eine Finanzkrise will auch niemand. Also wird man entweder die EU-Bankenregeln aufweichen, so dass Renzi den Banken Steuermilliarden geben darf. Oder EZB-Chef Draghi kauft den italienischen Banken einen Großteil der faulen Kredite ab. Eines von beiden wird passieren, sonst wird die Lage irgendwann wieder sehr ernst.

Chance für Mutige

Ein Blick auf die Aktienkurse der Banken zeigt: Der Markt erwartet eine neue Finanzkrise. Wenn klar wird, wie die Politik die Krise verhindern will, wenn das Konzept einleuchtend ist, dürfte sich das Sentiment schlagartig verbessern. Für Mutige ergibt sich das damit eine Kaufchance. Attraktiv ist die Commerzbank, die mit dem 0,3-Fachen des Buchwerts bewertet wird.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Chart-Check Commerzbank: Bald bei 9 Euro?

Schaut man nur auf die ersten beiden Tage von 2017, könnte es ein gutes Jahr für die Aktie der Commerzbank werden. Zielstrebig hat sich der Kurs immer weiter bis kurz an die Marke bei 8,00 Euro geschraubt. Und das dürfte noch nicht alles gewesen sein. Auch die Analysten vom Bankhaus Lampe sehen … mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Commerzbank: Die Roboter kommen

Die Commerzbank setzt voll auf die Zukunft des Privatkundengeschäfts. „Wir haben bisher ein gutes Jahr 2016 hingelegt – sowohl was die Profitabilität als auch das Wachstum angeht“, sagt Privatkundenchef Michael Mandel gegenüber der DPA. „Ich bin zuversichtlich, dass wir über die bereits gewonnenen … mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Commerzbank: Luft bis 8,50 Euro

Der Konzern-Umbau bei der Commerzbank läuft auf vollen Touren, ein Filialsterben soll es aber nicht geben, sagt Privatkundenvorstand Michael Mandel gegenüber der DPA. „Ein Netz von etwa 1.000 Filialen halte ich nach wie vor für richtig. Ich will auch, dass wir weiterhin rund 1.000 Filialen haben. … mehr