Deutsche Bank
- Nikolas Kessler - Redakteur

Deutsche Bank und CoBa: FDP-Chef Lindner gegen „arrangierte Zwangsfusion“

Spekulation über eine Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank halten sich hartnäckig und wurden zuletzt von Insiderberichten über einen verstärkten Austausch zwischen den Instituten und dem Bundesfinanzministerium angeheizt. Der Sinn eines Zusammenschlusses wird allerdings immer häufiger in Zweifel gezogen – auch innerhalb der Politik.

Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters hat sich FDP-Chef Christian Lindner nun klar gegen eine staatlich verordnete Fusion von Commerzbank und Deutscher Bank ausgesprochen. Deutschland brauche „starke private Institute, die auch im Weltmaßstab wahrnehmbar sind und die unsere exportorientierte Wirtschaft in die Welt begleiten können“, so Lindner. „Aber eine von der Bundesregierung arrangierte Zwangsfusion ohne Geschäftsmodell - das ist nicht das, was uns helfen würde.“

Stattdessen sprach sich der FDP-Chef dafür aus, dass sich der Staat weitgehend aus dem Bankensektor heraushält. Dazu gehört für ihn auch, dass der Bund seinen Anteil an der Commerzbank verkauft. Seit der Rettung durch den Staat während der Finanzkrise hält der Bund rund 15,6 Prozent der CoBa-Anteile.

Die Risiken bleiben hoch

Auch DER AKTIONÄR wertet die diskutierten Fusionspläne kritisch, denn am Kernproblem der schwachen Profitabilität würde sich dadurch kaum etwas ändern. Zudem müssten sich Investoren eventuell darauf einstellen, weiteres Kapital bereitstellen zu, so eine der Vorgaben der EZB. Anleger sollten daher weiterhin an der Seitenlinie bleiben.

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