Deutsche Bank
- Andreas Deutsch - Redakteur

Deutsche Bank und Co: Alles gut? Von wegen

Die Aktie der Deutschen Bank hat in der vergangenen Woche ein paar sehr schöne Handelstage erlebt. Die Anleger schöpfen schon Hoffnung auf eine nachhaltige Trendwende. Doch es könnte schon bald wieder ungemütlich werden.


Das Problem, was die Börse anscheinend noch nicht so recht auf dem Radar hat, heißt: Cim-ex-Geschäfte. Dubiose Aktiengeschäfte zulasten des deutschen Fiskus rufen nun auch die Finanzaufsicht Bafin auf den Plan. Die Behörde verlangt von fast 1.800 Banken in Deutschland detailliert Auskunft darüber, inwiefern sie in den Steuerskandal um sogenannte Cum-Ex-Geschäfte verstrickt sind. Bis zum 3. März müssen die Institute dazu einen Fragebogen ausfüllen.

Eine Sprecherin der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) bestätigte am Freitag einen entsprechenden Bericht des Handelsblatts: "Wir machen diese große Untersuchung, um einen genauen Überblick zu bekommen, wie die Praxis der Institute im Zusammenhang mit Cum-Ex-Geschäften aussieht."

Bei den Deals wurden rund um den Dividendenstichtag eines Unternehmens Aktien mit (cum) und ohne (ex) Ausschüttungsanspruch rasch zwischen mehreren Beteiligten hin- und hergeschoben ("Dividendenstripping"). Bescheinigungen über Kapitalertragsteuer ließen sich die Beteiligten mehrfach ausstellen - obwohl diese nur einmal gezahlt wurde. Der Schaden durch solche Geschäfte wird auf über zwölf Milliarden Euro geschätzt.

Auf den Plan gerufen hat die Bafin die Pleite der Maple Bank: Für das Frankfurter Institut mit kanadischen Wurzeln hatten "Cum-Ex"-Geschäfte dramatische Folgen. Im Raum stehen in diesem Fall Steuerrückforderungen von bis zu 450 Millionen Euro. Die Bafin schloss das Institut Anfang Februar wegen drohender Überschuldung, wenige Tage später wurde das Insolvenzverfahren eröffnet.

Nur für Trader

Die Machenschaften beim Dividendenstripping könnten die technische Gegenbewegung schnell wieder beenden. Die Aktienkurse der Banken bleiben anfällig für schlechte Nachrichten. Konservative Anleger meiden weiterhin die Aktie der Deutschen Bank. Der Titel eignet sich derzeit wegen der hohen Vola nur für Trader.

(Mit Material von dpa-AFX)

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Deutsche Bank: Die Hütte brennt

Jetzt ziehen schon die ersten Hedgefonds ihre Gelder ab, zumindest wenn man einem Bloomberg-Bericht glaubt. Die Deutsche-Bank-Aktie stürzte gestern im nachbörslichen Handel um fast sieben Prozent ab. Eine neue Studie von Goldman Sachs versucht dagegen zu beruhigen. mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Deutsche Bank: Schlimmer als Lehman Brothers?

Die Achterbahnfahrt bei der Deutschen Bank Aktie geht weiter. Nach positiven Vorgaben beim DAX notierte der Titel kurzzeitig wieder über elf Euro. Doch das Drama geht weiter. Experten vergleichen die Deutsche Bank bereits mit Lehman Brothers. Indes ergibt sich ein gemischtes Bild bei den … mehr