Deutsche Bank
- Andreas Deutsch - Redakteur

Deutsche Bank mit Top-Ergebnis - Aktie gibt Gas

Die positiven Ergebnisse des Banken-Stresstests dürften die Aktien deutscher Finanzinstitute am Montag antreiben. Alle großen Banken haben ausreichend Kapital, um auch schweren Krisen zu trotzen.

Die Deutsche Bank hat den Fitness-Check locker bestanden. Der deutsche Branchenprimus hatte im zweiten Quartal bereits Vorsorge für mögliche Probleme getroffen und sich über eine Kapitalerhöhung 8,5 Milliarden Euro beschafft. Aber auch ohne das frische Geld wäre die Deutsche Bank dem Test zufolge für Stürme gewappnet.

Viele Durchfaller in Italien

Nie zuvor mussten sich Europas Banken so tief in ihre Bücher blicken lassen - ein Balanceakt für die neue Euro-Bankenaufsicht EZB: Die Aufseher wollten kompromisslos testen. Schließlich wollen sich die neuen Oberkontrolleure nicht wie mancher ihrer nationalen Kollegen vorwerfen lassen, bei einigen Instituten nicht genau hinzuschauen.

Die meisten Banken rasselten in Italien durch, insgesamt neun. Fünf davon haben Kapitallücken aber geschlossen. Noch nicht fit ist unter anderem das angeschlagene Banca Monte dei Paschi di Siena. Sie will jetzt alle Optionen prüfen. In Griechenland müssen die Eurobank und die National Bank of Greece nachbessern. Die europäische Bankenaufsicht EBA nahm zudem die Banken außerhalb der Eurozone unter die Lupe. Dort bestanden alle Häuser den Test.

Drittes Quartal im Fokus

Die Deutsche Bank steht in dieser Woche ein weiteres Mal im Fokus der Anleger. Am Mittwoch legt die Bank die Zahlen für das dritte Quartal vor. Für diesen Zeitraum dürfte das Geldhaus die Rückstellungen für Rechtsrisiken von bislang 2,2 Milliarden auf ungefähr drei Milliarden Euro aufstocken.

Laut Deutscher Bank beträgt der Aufwand für Rechtsstreitigkeiten allein im dritten Quartal des laufenden Jahres 894 Millionen Euro. Die Liste der Rechtsstreitigkeiten der Deutschen Bank ist lang und einer der größten Unsicherheitsfaktoren für das Institut. Der Vorstand selbst hatte immer wieder erklärt, dass die Rückstellungen im Laufe des Jahres zunehmen dürften.

Ziel: 35 Euro

Die Aktie der Deutschen Bank notiert am Montagmorgen mit knapp einem Prozent im Plus. Das positive Ergebnis des Stresstests dürfte bald im Aktienkurs eingepreist sein. Dann wird der Markt sich auf die Zahlen des dritten Quartals konzentrieren. DER AKTIONÄR erwartet, dass die Bank beim Konzernumbau weiter gut vorankommt und bleibt bei seiner positiven Einschätzung für die Aktie. Der faire Wert liegt bei 35 Euro, der Stoppkurs sollte bei 22,50 Euro gesetzt werden.

(Mit Material von dpa-AFX)

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Deutsche Bank: Die Stunde der Wahrheit

Die Deutsche Bank hat im vergangenen Jahr wohl die größten Rechtsrisiken beseitigt, die auf dem Kurs gelastet haben. Seit der jüngsten Kapitalerhöhung sind zudem die Diskussionen um die Eigenkapitalbasis beendet. Bei Vorlage der Quartalszahlen am kommenden Donnerstag, 27. April, geht es deshalb … mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Deutsche Bank vor Zahlen: Jetzt zählt es

Die Deutsche Bank veröffentlicht am kommenden Donnerstag, 28. April, die Zahlen zum ersten Quartal. Nach Aussage von CEO John Cryan liefen die Geschäfte für den Konzern zu Jahresbeginn wieder besser, nachdem Rechtsstreitigkeiten in den USA im vierten Quartal 2016 die Bilanz noch verhagelt hatten. … mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Deutsche Bank: Die Risiken schwinden

Deutsche-Bank-CEO John Cryan konnte im vergangenen Jahr mit dem Hypothekenstreit in den USA und der Geldwäscheaffäre in Russland die größten Rechtsrisiken beilegen. Jetzt kann der Konzern einen weiteren Sieg für sich verbuchen: Laut Bloomberg wurden in Russland die Anschuldigungen fallen gelassen, … mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Deutsche Bank: Insider kaufen

Mehrere Vorstände der Deutschen Bank haben bei der jüngsten Kapitalerhöhung kräftig zugegriffen. Vorstandsvorsitzender John Cryan übte seine Bezugsrechte vollständig aus und erwarb junge Aktien für 53.357 Euro. Die als Kronprinzen gehandelten Stellvertreter Christian Sewing und Marcus Schenk … mehr