Deutsche Bank
- Andreas Deutsch - Redakteur

Deutsche Bank wehrt sich

Im Rechtsstreit um den Kauf von Entschädigungsansprüchen aus dem Madoff-System hat die Deutsche Bank den Vorwurf des Vertragsbruchs zurückgewiesen. Deutsche Bank Securities Inc habe mit den klagenden Investmentfonds keine verpflichtende Vereinbarung getroffen, so die Deutsche Bank in einer Anhörung vor Gericht.

Die beiden Fonds Kingate Global Fund und Kingate Euro Fund behaupten, dass die Deutsche Bank sich weigere, Entschädigungsansprüche zu übernehmen. Doch genau dazu habe sie sich verpflichtet. Der Streit dreht sich um Forderungen in Höhe von 1,62 Milliarden Dollar. Das Geld hatten die Fonds beim Milliardenbetrüger Ben Madoff investiert, ohne zu wissen, dass es sich bei Madoffs System um ein Schnellballsystem gehandelt hat.

Wert gesunken

Jüngste Entscheidungen amerikanischer Gerichte hatten zur Folge, dass es für Insolvenzverwalter Irving Picard schwieriger ist, weitere Gelder von ehemaligen Nutznießern des Schneeballsystems einzusammeln. Der Wert der Entschädigungsansprüche sank deutlich.

"Keine verbindliche Vereinbarung"

Die Deutsche Bank erklärte laut Presseberichten nun, dass die Tochter Deutsche Bank Securities Inc zwar im August 2011 eine Erklärung zum Kauf der Ansprüche im Volumen von bis zu 1,62 Milliarden Dollar abgegeben habe. Allerdings sei keine verbindliche Vereinbarung abgeschlossen worden.

Milliardenbetrug

Der Betrugsfall hatte 2008 die Finanzwelt erschüttert. Dem 73-jährigen ehemaligen Finanz- und Börsenmakler war es gelungen, seine Anleger über Jahre mittels eines Schnellballsystems zu betrügen. In der Finanzkrise brach das System zusammen. Am Ende blieb ein Schaden von mindestens 65 Milliarden Dollar übrig. 2008 wurde Madoff zu über 100 Jahren Haft verurteilt.

Top-Pick

Trotz des ungewissen Ausgangs des Verfahrens in den USA ist die Aktie der Deutschen Bank für den AKTIONÄR ein Top-Pick aus dem Bankensektor. Das Kursziel mit Sicht auf ein Jahr lautet 46 Euro. Der Stoppkurs sollte bei 25 Euro gesetzt werden.

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