Deutsche Bank
- Andreas Deutsch - Redakteur

Deutsche Bank: Knickt die Aktie jetzt ein?

Die britische Investmentbank Barclays hat sich kritisch zur Deutschen-Bank-Aktie geäußert. Zudem gibt es Neuigkeiten von der Postbank. Offenbar gibt es einen neuen Interessenten für die Deutsche-Bank-Tochter.

Beim Rennen um die Postbank hat sich die österreichische Bank Bawag erstmals etwas aus der Deckung gewagt. „Wir wollen Zukäufe im In- und Ausland machen. Dabei schauen wir nach Westen“, sagte Bawag-Chef Byron Haynes dem Handelsblatt. „Gerade bei Banken im Privat- und Firmenkundengeschäft gibt es viele Möglichkeiten Synergien herzustellen."

Mitte Mai hatte das Manager Magazin berichtet, dass die Bawag ein Gebot für die Postbank über bis zu 4,5 Milliarden Euro abgegeben hat. Dies wäre weniger als das aktuelle Eigenkapital der Bank. Dieses betrug Ende März 6,7 Milliarden Euro.

Haynes wollte sich dazu nicht konkret äußern, blockte diese Option aber auch nicht ab. Die Deutsche Bank hatte Ende April angekündigt, sich wieder von der erst vor einigen Jahren übernommenen Postbank trennen zu wollen. Dazu soll die Bank erst einmal komplett von der Börse genommen werden, um sie in einem zweiten Schritt dann wieder dort zu platzieren. Zuletzt hatte die Deutsche Bank ihren Anteil an der Tochter auf mehr als 95 Prozent erhöht, um ein Zwangsabfindungsverfahren einleiten zu können. 2016 soll dann der Anteil über den Börsengang unter 50 Prozent sinken. Mittelfristig will sich die Deutsche Bank ganz von dem Institut trennen.

Die Bawag selbst ist aus der Fusion der einstigen Gewerkschaftsbank und der Postsparkasse hervorgegangen. Seit 2008 ist der Finanzinvestor Cerberus Mehrheitseigentümer der Bank. Dieser stellte die Bank neu auf, strich dabei viele Stellen und stellte das österreichische Filialgeschäft auf neue Beine. Zuletzt zahlte sich der harte Sanierungskurs aus. Die Bank mit knapp 500 Filialen und 2.700 Mitarbeitern steigerte den Gewinn im ersten Quartal deutlich.

Analyst: Risiken überwiegen

Unterdessen hat sich die britische Investmentbank Barclays erneut kritisch zur Deutschen Bank geäußert. Analyst Jeremy Sigee sieht das Kursziel weiterhin bei 28 Euro, die Aktie stuft er mit „Equal Weight“ ein. Seine Ergebnisschätzungen und Dividendenannahmen senkte Sigee signifikant. Er arbeitete damit die neue Strategie des größten deutschen Geldinstituts, inklusive der Trennung von der Postbank, ein. Die Verschuldungsquote sollte sich zwar schnell verbessern, die Kernkapitalquote unter den neuen Regulierungs-Vorgaben aber absacken. Sie dürfte nach seiner Erwartung bis ins Jahr 2017 unter zehn Prozent bleiben.

Aktie hat noch viel Luft

DER AKTIONÄR hält die Aktie der Deutschen Bank auf dem aktuellen Niveau für zu günstig. Der faire Wert des Titels liegt bei 40 Euro, der Stopp sollte bei 24,50 Euro gesetzt werden.

(Mit Material von dpa-AFX)

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Deutsche Bank: Die Risiken schwinden

Deutsche-Bank-CEO John Cryan konnte im vergangenen Jahr mit dem Hypothekenstreit in den USA und der Geldwäscheaffäre in Russland die größten Rechtsrisiken beilegen. Jetzt kann der Konzern einen weiteren Sieg für sich verbuchen: Laut Bloomberg wurden in Russland die Anschuldigungen fallen gelassen, … mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Deutsche Bank: Insider kaufen

Mehrere Vorstände der Deutschen Bank haben bei der jüngsten Kapitalerhöhung kräftig zugegriffen. Vorstandsvorsitzender John Cryan übte seine Bezugsrechte vollständig aus und erwarb junge Aktien für 53.357 Euro. Die als Kronprinzen gehandelten Stellvertreter Christian Sewing und Marcus Schenk … mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Deutsche Bank: Zeichen stehen auf Wachstum

Die jüngste Kapitalerhöhung der Deutschen Bank wurde am vergangenen Freitag abgeschlossen. Die neuen Aktien sind nun in die Notierung des Konzern mit einbezogen. CEO John Cryan will den Fokus jetzt wieder auf Wachstum legen: „Wir haben dank der gestärkten Bilanz auch Kapazitäten für mehr Geschäft. … mehr