Deutsche Bank
- Andreas Deutsch - Redakteur

Deutsche Bank: Keine Angst vorm Brexit

Die Deutsche Bank sieht sich gerüstet für mögliche Turbulenzen im Zuge des britischen EU-Referendums in dieser Woche. Die Aktie legt weiter zu.


"Die Tage rund um das Referendum werden für die Kapitalmärkte ein Härtetest“, sagte Vorstandschef John Cryan am Dienstag in Berlin auf dem Wirtschaftstag des CDU-Wirtschaftsrates. „Ich kann Ihnen jedoch versichern, dass wir uns bei der Deutschen Bank gut darauf vorbereitet haben." Und ich habe großes Vertrauen, dass auch die Notenbanken die Stabilität der Märkte genau im Blick haben."

Cryan warb dafür, das Verhältnis der Banken zur Gesellschaft insgesamt und zur Politik zu verbessern. Dabei seien die Institute in der Pflicht. "Wir müssen noch stabiler werden, damit die Branche mögliche Krisen verlässlich aus eigener Kraft übersteht, ohne den Staat zu belasten." Der Deutsche-Bank-Chef warnte aber vor einer überproportionalen Belastung der europäischen Finanzbranche durch die internationalen Regulierer.

"Es sollte nicht im Tempo der vergangenen Jahre weitergehen", sagte Cryan. Die vorliegenden Regelungen sollten erst einmal wirken, statt sie zu verschärfen, ehe sie umgesetzt seien. Es würden immer größere Risikopuffer verlangt.

Das sei verständlich, es drohe aber ein Teufelskreis: Schwache Banken stünden der Erholung der Wirtschaft im Weg. Und komme die Konjunktur nicht in Schwung, falle es Banken schwerer, wieder Tritt zu fassen. Auch dürften US-Standards nicht einfach eins zu eins auf Europas Banken übertragen werden. "Wir in Europa sollten selbstbewusst genug sein, Regeln aufzustellen, die zu uns passen."

Nur für Trader

Die Aktie der Deutschen Bank gewinnt am Dienstag 0,9 Prozent und entfernt sich damit weiter merklich von ihrem Allzeittief. Sollte Großbritannien in der EU bleiben, wird sich die Erholungsrallye fortsetzen. Allerdings ist dann nicht alles in Ordnung im Bankensektor, da zum Beispiel in Italien jede Menge faule Kredite schlummern. Deswegen eignet sich die Aktie der Deutschen Bank derzeit nur für Trader.

(Mit Material von dpa-AFX)

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