Deutsche Bank
- Andreas Deutsch - Redakteur

Deutsche Bank: Potenziell am gefährlichsten - Aktie im Fokus

Der internationale Finanzstabilitätsrat (Financial Stability Board/FSB) hat die Deutsche Bank in der Liste der systemrelevanten Banken ganz nach oben gesetzt. Hingegen hat das Institut die Commerzbank von der Liste gestrichen. Der gesamte Sektor dürfte am Freitag im Mittelpunkt des Anlegerinteresses stehen.

Durch die Heraufsetzung der Deutschen Bank zählt der deutsche Marktführer zu den potenziell gefährlichsten Instituten für die Stabilität des Finanzsystems. Das Gremium stufte die größten Banken anders als vor einem Jahr nicht mehr pauschal ein, sondern bildete insgesamt fünf Risikogruppen. Dabei blieb die oberste Kategorie, die potenziell 3,5 Prozentpunkte mehr Kapital als Risikopuffer vorhalten muss als nicht systemrelevante Institute, leer.

Erleichterung für die Commerzbank

Die Deutsche Bank wurde zusammen mit den US-Banken Citigroup und JPMorgan sowie der britischen HSBC in Gruppe 4 eingestuft. Sie muss nach Empfehlung des FSB damit künftig 2,5 Prozentpunkte mehr Kapital aufbauen. Eine Kategorie tiefer rangieren die französische BNP Paribas und die britische Barclays, sie müssten zwei Prozentpunkte mehr Kapital aufnehmen.

Für die seit der Finanzkrise geschrumpfte Commerzbank bedeutet der Verlust des "Too-big-to-fail"-Status zwar einen Prestigeverlust. Sie spielt damit auch offiziell nicht mehr in der Top-Liga der Branche. Zugleich ist das aber eine große Erleichterung. Denn damit dürften künftig weniger strenge Anforderungen für sie gelten, wenn die FSB-Vorschläge auch tatsächlich umgesetzt werden. Im FSB sind die wichtigsten Notenbanken der Welt zusammengeschlossen. Das Gremium soll Vorschläge für Reformen bei der Regulierung der Finanzmärkte erarbeiten.

Kursziel erhöht

Unterdessen gibt es eine positive Nachricht für Deutsche-Bank-Aktionäre: Wie ein Händler vom Frankfurter Parkett berichtet, hat die SocGen das Kursziel für die Aktie der Deutschen Bank von 42 auf 43,60 Euro erhöht und die Einstufung auf "Kaufen" belassen.


Aktie ein Kauf

DER AKTIONÄR empfiehlt die Aktie ebenfalls zum Kauf. Noch in diesem Jahr sollte der Titel die Marke von 40 Euro erreichen. Sofern sich die Lage in der Eurokrise merklich entspannt, hat das Papier langfristig Potenzial bis 50 Euro.

Mit Material von dpa-AFX

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