Deutsche Bank
- Andreas Deutsch - Redakteur

Deutsche Bank: Jetzt wird's ernst für den Chef

Das Landgericht München I wird demnächst über die Zulassung der Anklage gegen den Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, und mehrere frühere Spitzenmanager der Bank entscheiden. Derweil notiert die Aktie am Freitag im Minus.

Der zuständige Richter Peter Noll hat für den Fall einer Zulassung bereits Termine für die Verhandlungen bestimmt. Das gab eine Sprecherin des Landgerichts München I bekannt. Im Fall der Fälle würde der spektakuläre Prozess am 28. April beginnen und dann immer dienstags vor dem Landgericht verhandelt werden.

Noch habe Noll aber keine Entscheidung gefällt. Zuvor hatte Spiegel Online berichtet, die Anklage wegen versuchten Betrugs im Kirch-Prozess sei bereits zugelassen. Die Sprecherin widersprach dem. Die Deutsche Bank wollte sich nicht dazu äußern.

Die Anklage wirft den Bankern vor, in dem Verfahren vor dem Oberlandesgericht München falsche Angaben gemacht zu haben, um Schadenersatz-Zahlungen an die Erben des verstorbenen Medienunternehmers Leo Kirch zu verhindern.

Da die Bank letztlich doch gezahlt hatte, geht es nur um versuchten Prozessbetrug. Die Angeklagten hatten die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Fitschen führt die Deutsche Bank seit Juni 2012 gemeinsam mit Anshu Jain und gilt als einer der wichtigsten Wirtschaftsbosse in Deutschland.

Aktie hat noch Luft

Auf die Entscheidung wird seit Wochen mit Spannung gewartet - müsste sich im Fall einer Zulassung doch ein aktiver Co-Chef der Deutschen Bank in einem Strafverfahren vor Gericht verantworten. Fitschen möglicherweise wochenlang vor Gericht – für das operative Geschäft der Deutschen Bank wäre dies alles andere als förderlich. Trotzdem sollten sich die Auswirkungen auf den Aktienkurs in Grenzen halten. DER AKTIONÄR bleibt bei seinem Kursziel von 33 Euro, der Stopp sollte bei 23 Euro gesetzt werden.

(Mit Material von dpa-AFX)

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